Datendusche…

Kurzmitteilung

Herzlich willkommen hier, Wanderer. In diesem Blog schreibe ich, was mir einfällt, was mich bewegt, was ich wichtig finde, vornehmlich zu den Themen Netzpolitik, Medien und Politik. Immer subjektiv, immer ehrlich, oft provokant, hoffentlich manchmal erhellend oder gar lustig. Viel Spaß!
Claus Dethleff

Der Fürst…

… wird entlohnt!

Foto: Romantikgeist (https://www.flickr.com/photos/romantikgeist/) - Creative Commons Lizenz

Foto: Romantikgeist – Creative Commons Lizenz

In meinem letzten Beitrag habe ich mich mit ein paar Leuten befasst, die mir nichts Gutes wollen – ganz im Gegenteil. Sie sind voll von Neid, Wut und Hass und sehen sich stets als Opfer von irgendwas. Ein Leben zwischen Deutschland über alles, Bier und Bratwurst, das bestimmt anstrengend ist, ich mir gar nicht vorstellen mag und glücklicherweise auch nicht leben muss. Aber, neben dem dauernden Vorwurf “demokratiefeindlich” zu sein (das ist, ausgerechnet von diesen Leuten, ein echt gelungener Witz) kommt immer wieder in ihren Artikeln, aber oft auch in Kommentaren, der Vorwurf, wir würden “fürstlich entlohnt”, Steuermittel in exorbitanter Höhe verbraten oder uns bereichern an der “Asylkrise”. Um das mal klarzustellen (die werden das ohnehin nicht glauben, aber egal…) hier mal ein paar Infos, wie das so ist mit der “fürstlichen Entlohnung”:

Weiterlesen

Der Demokratiefeind…

… lässt grüßen. Es ist schon lustig, wie ich manchen Leuten auf den Sack zu gehen scheine. Da werden sogar Forderungskataloge aufgestellt. Und immer wieder: “der in der Vergangenheit durch demokratiefeindliche Äußerungen aufgefallene…” Wo kommt das eigentlich her? Ach so, ja: aus diesem, meinem Blog. Da habe ich nämlich mal eine lustige Abwandlung eines Zitates von Winston Churchill benutzt, und zwar in meinem dreiteiligen Beitrag zum Thema Rechtsstaat, im dritten Teil, ganz am Ende, heißt es: “[ ]…die zweitbeste Staatsform, die Demokratie (die beste wäre eine Monarchie mit mir an der Spitze)… [ ]“. Nachzulesen hier. Zu demselben Thema hatte ich auch schon einen anderen Artikel geschrieben. Weiterlesen

Monarchie jetzt ! (?)

Bildquelle: lexi-online.de

Bildquelle: lexi-online.de

Aus aktuellem Anlass habe ich darüber nachgedacht, ob meine frühere Aussage “Das bin ich meinen Kindern und meinem Glauben an die zweitbeste Staatsform, die Demokratie (die beste wäre eine Monarchie mit mir an der Spitze), schuldig” (nachzulesen hier, ganz am Schluss) so stehen bleiben kann.
Beim etwas intensiveren Nachdenken über diesen Satz kommen natürlich Fragen auf. Zunächst die Frage nach der Demokratie: da verweise ich auf ein Zitat Winston Churchills, welches mich auch zu meinem Statement angeregt hatte (welches selbstverständlich ernst gemeint ist…). Im Original sagte Churchill, in einer Rede vor dem Unterhaus am 11. Novermer 1947:

"[...] democracy is the worst form of government except all those
other forms that have been tried from time to time." 

Übersetzt heißt das: “Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen, ausgenommen alle anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind”.

Weiterlesen

Dialog!?

Einer der Redner veröffentlichte in der Sächsischen Zeitung am 21.12. ein leider sehr undifferenziertes Essay.


Einer der Redner der Veranstaltung in der Kreuzkirche veröffentlichte in der Sächsischen Zeitung am 21.12. ein leider ziemlich undifferenziertes Essay. Pegida also nicht nur in der Kreuzkirche, sondern nun auch in der Lokalpresse “geadelt”. Muss man wohl aushalten, ist aber trotzdem der falsche Weg, ebenso wie sozialromantische Essays der Gegenseite. So etwas ruft nur wütende Proteste hervor, da beginnt kein Dialog.

Dresden, 16. Dezember 2015. Dialogversuch. In der Kreuzkirche. Leider von vornherein zum Scheitern verurteilt und folgerichtig dann auch gescheitert.
Die Protagonisten: der OB, Superintendent Behr, die Organisatoren der Veranstaltung, u.a. René Jahn (Pegida) und Barbara Lässig. Dazu ausgewählte Bürger verschiedenen Couleur, die an das Mikro traten und recht unterschiedliche Statements abgaben. Dass man keinen Asylsuchenden finden konnte, wie Frank Richter, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung und Moderator des Abends, anmerkte, ist mir komplett unverständlich – die hätten nur mal mich fragen müssen, das wäre kein Problem gewesen. Doch offensichtlich sind die Herrschaften recht weit von der Basis entfernt. Zuletzt kamen dann ca. 20 Wortmeldungen aus dem Publikum, teils konstruktiv, teils pragmatisch, teils verstörend.

So weit, so (zunächst) gut. Immerhin ein Anfang in dieser tief gespaltenen Stadt. Ich selbst war ja auch gekommen, weil ich die Hoffnung auf eine Überwindung dieser Spaltung nicht aufgeben will. Aber was war das Problem? Eigentlich waren es gleich zwei Probleme: erstens wurden die von Pegida geschürten Ressentiments nicht kritisch hinterfragt, sondern durch diese Veranstaltung “geadelt”, so, als könnte man auf der Basis menschenfeindlicher Einstellungen tatsächlich einen Dialog beginnen. Und zweitens wurde schnell deutlich, wie verhärtet die Fronten sind. Weiterlesen

Kleiner Leitfaden für die Polizei…

IMG_6607… zur Eskalation von friedlichen Versammlungen*.

Sollte die Versammlungsbehörde eine Versammlung von politisch missliebigen Menschen genehmigt haben, so gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, aus dieser Versammlung, sollte sie friedlich zu verlaufen drohen, eine Ansammlung gewaltbereiter und gewalttätiger Extremisten zu machen und so ein hartes Vorgehen der Beamten und damit eine großzügige Auslegung gesetzlicher Vorgaben zu rechtfertigen. Diverse Politiker sowie die Pressevertreter werden dankbar dafür sein.
Im Folgenden die wichtigsten Punkte: Weiterlesen

Wie ich YouTube erfand

niniscreenSo ganz stimmt das natürlich nicht, so wortwörtlich. Nur fast. Andererseits – da, wo ich seit fast 25 Jahren lebe, geht das schon in Ordnung, da ist es üblich, so etwas einfach zu behaupten.
Aber der Reihe nach, bevor Konfusion entsteht: Neben der gewöhnungsbedürftigen Mundart und der aus meiner Sicht (eines Norddeutschen) ebenso ungewohnten Mentalität der Sachsen (man kann sich übrigens ziemlich gut an beides gewöhnen!) fiel mir damals eines besonders auf: der Drang des Sachsen, jedem und jeder, egal, ob es interessiert oder nicht, ständig zu erzählen, was die Sachsen alles erfunden haben. Aus ihrer Sicht praktisch alles: die Filtertüte (stimmt), den Büstenhalter (stimmt auch), den Fernseher (stimmt nur bedingt), den Computer (stimmt gar nicht). Oder vielleicht auch andersrum, ich hab’s vergessen. Kaum eine Ausgabe einer beliebigen Tageszeitung in Sachsen, die nicht genau dieses Thema aufgreift. Ein Schelm, wer dabei an Minderwertigkeits-Komplex-Kompensation denkt.
Das hat mich von Anfang an befremdet, komme ich selbst doch aus der Stadt, in der das Marzipan (stimmt), die Hanse-Kogge (stimmt auch), die Buddenbrooks (stimmt) und die soziale Marktwirtschaft (stimmt nicht so richtig, aber Willy Brandt war “unser” Willy) erfunden wurden. Und dort erzählt einem das keiner andauernd, da ist das gar kein Thema.

Weiterlesen

Der Mob

IMG_5592Nach einer großer Demonstration für die Rechte von Asylsuchenden durch Dresden am Samstag, den 28. Februar, beschlossen einige Flüchtlinge und deren Unterstützer, ein Protestcamp auf dem Theaterplatz vor der Semperoper einzurichten, um für ein weniger repressives Asylsystem und die Verbesserung der Situation von Flüchtlingen zu protestieren. Der Ort  und auch die Aktionsform sorgten an den beiden folgenden Tagen für viele Diskussionen, in den Medien und vor Allem auch vor Ort. Viele, teils wütende, Bürger kamen vorbei, doch oft gelang es, ihnen den Zweck der Aktion nahezubringen, was in vielen Fällen gar zu einem Umdenken führte. Sicher hätte eine deutlichere Kommunikation der Ziele diese Lage von vornherein entschärfen können, aber es war halt eine spontane Sache. Weiterlesen

Auf der Straße

RassismusIn den letzten drei Monaten war ich praktisch jeden Montag genau dort – auf der Straße.
Ich war nicht bei der von der CDU organisierten Kundgebung vor der Frauenkirche – die war am falschen Tag (Samstag) und organisiert von einer Partei, die in Sachsen Teil des Problems ist. Ich war auch nicht beim Grönemeyer-Konzert. Ich hatte keine Lust, mir lauter Bands, die mich nicht interessieren, anzuhören, und das auch noch gemeinsam mit Pegida-Anhängern. Das habe ich mir zu Hause im Live-Stream angeschaut. Mich über die Leute von Dresden Nazifrei und von NAMF und über den Sprecher von Dresden für Alle gefreut, die deutliche Worte fanden. Mich bei der Musik gelangweilt. Mich ein wenig geärgert über dieses “wir brauchen vor allem gut ausgebildete Ausländer, wir brauchen sie, die Ärzte, Wissenschaftler, Ingenieure”. Das hat immer so den Unterton “die anderen brauchen wir eigentlich nicht”, oder zumindest ist das ein Ausdruck unserer Leistungs- und Verwertungsgesellschaft. Sehr gefallen hat mir die Poetry Slammerin, die als Muslima wohl den stärksten Auftritt des Abends hinlegte. Aber, wie gesagt, ich war nicht da. Ich hatte einen Tag zuvor, am Sonntag, schon genug gefroren. Auf dem Schlossplatz, auf der Straße. Weiterlesen

Das Rudel

rudelWer sagt, dass alles Elend auf der Welt seine Ursache in Dummheit, Skrupellosigkeit, Machtgeilheit und Religion in beliebigen Zusammenstellungen hat und hatte, der liegt damit ziemlich richtig. Man kann es aber vielleicht auch auf einen noch einfacheren Nenner bringen: das Rudel hat Schuld.
Ich bin kein Soziologe oder Anthropologe oder sonstiger -loge, aber wenn ich mich so umschaue in der Welt, dann scheint mir ein Überbleibsel aus grauer Vorzeit das menschliche Handeln entscheidend zu beeinflussen. Ist er, der Mensch, doch ein instinktgesteuertes Wesen, wie alle Säugetiere. Und deshalb oft auch seinem Instinkt ausgeliefert. Weiterlesen

Rassisten in der Filter-Bubble

03Schon vor mehr als einem Jahr habe ich hier über die “Filter-Bubble” geschrieben. Diesen Begriff prägte der Internet-Polit-Aktivist Eli Pariser 2012 in seinem Buch “Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden.”
Im Rahmen meiner Facebook-Seminare für Internet-Anfänger erzähle ich immer wieder davon – kaum jemand weiß, dass er sich in einer solchen Blase befindet, denn man merkt nichts davon.
Den Effekt kann man jedoch sehr leicht selbst überprüfen: einfach mal auf zwei Rechnern, die von verschiedenen Personen benutzt werden, bei Google denselben Suchbegriff eingeben. Es werden zwei komplett unterschiedliche Suchergebnis- Seiten dabei herauskommen.
Oft schon kam mir, wenn ich davon sprach, die Frage nach den Folgen für eine immer mehr im Internet vernetzte Gesellschaft in den Sinn. Jetzt kann man das in aller Deutlichkeit beobachten. Im realen Leben, auf der Straße. Jeden Montag in Dresden. Weiterlesen