Datendusche…

Kurzmitteilung

Herzlich willkommen hier, Wanderer. In diesem Blog schreibe ich, was mir einfällt, was mich bewegt, was ich wichtig finde, vornehmlich zu den Themen Netzpolitik, Medien und Politik. Immer subjektiv, immer ehrlich, oft provokant, hoffentlich manchmal erhellend oder gar lustig. Viel Spaß!
Claus Dethleff
P.S.: Unter dem Menüpunkt “Shitstorm” finden sich böse Postings und Kommentare zu mir persönlich.

Preisverleihung

IMG_2378Da erhielt ich, schon vor Monaten, einen Anruf aus der Sächsischen Staatskanzlei. Ich sei für den Sächsischen Bürgerpreis nominiert worden, ob ich damit einverstanden wäre und den Preis ggf. annehmen würde?
Kurz kam mir in den Sinn, was Klaus Kinski mal sagte: “Das Geschmeiß braucht mir keine Preise zu verleihen”, und auch, dass Helmut Schmidt das Bundesverdienstkreuz abgelehnt hatte mit der Begründung “Hanseaten nehmen keine Orden an”. Ich fühle mich zwar als Dresdner, aber auch immer noch als Hanseat, dann aber dachte ich an das Preisgeld, und auch daran, dass ein wenig Öffentlichkeit immer gut sein kann für das, was man so macht und was einem wichtig ist.
Also füllte ich ein Formular aus, schickte es ab und war im “Rennen”.

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“IS-Siggi” weiß was…

siggi

(Symbolbild)

Vor ein paar Wochen hatte ich, am Rande der allmontäglichen Pegida- Kundgebung in der Dresdner Innenstand, ein seltsames Erlebnis. Ich muss sogar zugeben, dass es ein klein wenig peinlich war.
Aber der Reihe nach:
Die vielen alten, schlecht erzogenen wütenden Männer und ihre jungen Freunde mit dem starken Rechtsdrall trafen sich an diesem Montag auf dem Neumarkt. Für Nicht-Dresdner: das ist der Platz, an dessen Rand die Frauenkirche steht. Weiterlesen

Wo der Kreis sich schließt?

prim1Zum Beispiel bei Primark. Eigentlich ein Laden, in den ich nie im Leben einen Fuß setzen würde. Es jetzt aber doch getan habe, sogar gleich mehrfach. Und wahrscheinlich werde ich es sogar wieder tun (müssen).
Im November eröffnete die irische Kleidungskette in Dresden ihre erste Niederlassung in Ostdeutschland, in der Centrum Galerie. Es gab ein paar Proteste, der erwartete Kundenansturm zur Eröffnung bleib aus. Auch heute fällt auf, dass es da nie wirklich voll ist, nur an der Kasse bilden sich manchmal Schlangen, das ist allerdings eher ein logistisches Problem des Managements. Es fällt noch etwas auf (neben den Waren natürlich, die zu absurd niedrigen Preisen verkauft werden, was ja das eigentliche Problem ist), wenn man sich in dem Laden in der Dresdner Innenstadt bewegt: es kaufen dort sehr viele postmigrantische Menschen. Weiterlesen

Der Fürst…

… wird entlohnt!

Foto: Romantikgeist (https://www.flickr.com/photos/romantikgeist/) - Creative Commons Lizenz

Foto: Romantikgeist – Creative Commons Lizenz

In meinem letzten Beitrag habe ich mich mit ein paar Leuten befasst, die mir nichts Gutes wollen – ganz im Gegenteil. Sie sind voll von Neid, Wut und Hass und sehen sich stets als Opfer von irgendwas. Ein Leben zwischen Deutschland über alles, Bier und Bratwurst, das bestimmt anstrengend ist, ich mir gar nicht vorstellen mag und glücklicherweise auch nicht leben muss. Aber, neben dem dauernden Vorwurf “demokratiefeindlich” zu sein (das ist, ausgerechnet von diesen Leuten, ein echt gelungener Witz) kommt immer wieder in ihren Artikeln, aber oft auch in Kommentaren, der Vorwurf, wir würden “fürstlich entlohnt”, Steuermittel in exorbitanter Höhe verbraten oder uns bereichern an der “Asylkrise”. Um das mal klarzustellen (die werden das ohnehin nicht glauben, aber egal…) hier mal ein paar Infos, wie das so ist mit der “fürstlichen Entlohnung”:

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Der Demokratiefeind…

… lässt grüßen. Es ist schon lustig, wie ich manchen Leuten auf den Sack zu gehen scheine. Da werden sogar Forderungskataloge aufgestellt. Und immer wieder: “der in der Vergangenheit durch demokratiefeindliche Äußerungen aufgefallene…” Wo kommt das eigentlich her? Ach so, ja: aus diesem, meinem Blog. Da habe ich nämlich mal eine lustige Abwandlung eines Zitates von Winston Churchill benutzt, und zwar in meinem dreiteiligen Beitrag zum Thema Rechtsstaat, im dritten Teil, ganz am Ende, heißt es: “[ ]…die zweitbeste Staatsform, die Demokratie (die beste wäre eine Monarchie mit mir an der Spitze)… [ ]“. Nachzulesen hier. Zu demselben Thema hatte ich auch schon einen anderen Artikel geschrieben. Weiterlesen

Monarchie jetzt ! (?)

Bildquelle: lexi-online.de

Bildquelle: lexi-online.de

Aus aktuellem Anlass habe ich darüber nachgedacht, ob meine frühere Aussage “Das bin ich meinen Kindern und meinem Glauben an die zweitbeste Staatsform, die Demokratie (die beste wäre eine Monarchie mit mir an der Spitze), schuldig” (nachzulesen hier, ganz am Schluss) so stehen bleiben kann.
Beim etwas intensiveren Nachdenken über diesen Satz kommen natürlich Fragen auf. Zunächst die Frage nach der Demokratie: da verweise ich auf ein Zitat Winston Churchills, welches mich auch zu meinem Statement angeregt hatte (welches selbstverständlich ernst gemeint ist…). Im Original sagte Churchill, in einer Rede vor dem Unterhaus am 11. Novermer 1947:

"[...] democracy is the worst form of government except all those
other forms that have been tried from time to time." 

Übersetzt heißt das: “Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen, ausgenommen alle anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind”.

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Dialog!?

Einer der Redner veröffentlichte in der Sächsischen Zeitung am 21.12. ein leider sehr undifferenziertes Essay.


Einer der Redner der Veranstaltung in der Kreuzkirche veröffentlichte in der Sächsischen Zeitung am 21.12. ein leider ziemlich undifferenziertes Essay. Pegida also nicht nur in der Kreuzkirche, sondern nun auch in der Lokalpresse “geadelt”. Muss man wohl aushalten, ist aber trotzdem der falsche Weg, ebenso wie sozialromantische Essays der Gegenseite. So etwas ruft nur wütende Proteste hervor, da beginnt kein Dialog.

Dresden, 16. Dezember 2015. Dialogversuch. In der Kreuzkirche. Leider von vornherein zum Scheitern verurteilt und folgerichtig dann auch gescheitert.
Die Protagonisten: der OB, Superintendent Behr, die Organisatoren der Veranstaltung, u.a. René Jahn (Pegida) und Barbara Lässig. Dazu ausgewählte Bürger verschiedenen Couleur, die an das Mikro traten und recht unterschiedliche Statements abgaben. Dass man keinen Asylsuchenden finden konnte, wie Frank Richter, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung und Moderator des Abends, anmerkte, ist mir komplett unverständlich – die hätten nur mal mich fragen müssen, das wäre kein Problem gewesen. Doch offensichtlich sind die Herrschaften recht weit von der Basis entfernt. Zuletzt kamen dann ca. 20 Wortmeldungen aus dem Publikum, teils konstruktiv, teils pragmatisch, teils verstörend.

So weit, so (zunächst) gut. Immerhin ein Anfang in dieser tief gespaltenen Stadt. Ich selbst war ja auch gekommen, weil ich die Hoffnung auf eine Überwindung dieser Spaltung nicht aufgeben will. Aber was war das Problem? Eigentlich waren es gleich zwei Probleme: erstens wurden die von Pegida geschürten Ressentiments nicht kritisch hinterfragt, sondern durch diese Veranstaltung “geadelt”, so, als könnte man auf der Basis menschenfeindlicher Einstellungen tatsächlich einen Dialog beginnen. Und zweitens wurde schnell deutlich, wie verhärtet die Fronten sind. Weiterlesen

Kleiner Leitfaden für die Polizei…

IMG_6607… zur Eskalation von friedlichen Versammlungen*.

Sollte die Versammlungsbehörde eine Versammlung von politisch missliebigen Menschen genehmigt haben, so gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, aus dieser Versammlung, sollte sie friedlich zu verlaufen drohen, eine Ansammlung gewaltbereiter und gewalttätiger Extremisten zu machen und so ein hartes Vorgehen der Beamten und damit eine großzügige Auslegung gesetzlicher Vorgaben zu rechtfertigen. Diverse Politiker sowie die Pressevertreter werden dankbar dafür sein.
Im Folgenden die wichtigsten Punkte: Weiterlesen

Wie ich YouTube erfand

niniscreenSo ganz stimmt das natürlich nicht, so wortwörtlich. Nur fast. Andererseits – da, wo ich seit fast 25 Jahren lebe, geht das schon in Ordnung, da ist es üblich, so etwas einfach zu behaupten.
Aber der Reihe nach, bevor Konfusion entsteht: Neben der gewöhnungsbedürftigen Mundart und der aus meiner Sicht (eines Norddeutschen) ebenso ungewohnten Mentalität der Sachsen (man kann sich übrigens ziemlich gut an beides gewöhnen!) fiel mir damals eines besonders auf: der Drang des Sachsen, jedem und jeder, egal, ob es interessiert oder nicht, ständig zu erzählen, was die Sachsen alles erfunden haben. Aus ihrer Sicht praktisch alles: die Filtertüte (stimmt), den Büstenhalter (stimmt auch), den Fernseher (stimmt nur bedingt), den Computer (stimmt gar nicht). Oder vielleicht auch andersrum, ich hab’s vergessen. Kaum eine Ausgabe einer beliebigen Tageszeitung in Sachsen, die nicht genau dieses Thema aufgreift. Ein Schelm, wer dabei an Minderwertigkeits-Komplex-Kompensation denkt.
Das hat mich von Anfang an befremdet, komme ich selbst doch aus der Stadt, in der das Marzipan (stimmt), die Hanse-Kogge (stimmt auch), die Buddenbrooks (stimmt) und die soziale Marktwirtschaft (stimmt nicht so richtig, aber Willy Brandt war “unser” Willy) erfunden wurden. Und dort erzählt einem das keiner andauernd, da ist das gar kein Thema.

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Der Mob

IMG_5592Nach einer großer Demonstration für die Rechte von Asylsuchenden durch Dresden am Samstag, den 28. Februar, beschlossen einige Flüchtlinge und deren Unterstützer, ein Protestcamp auf dem Theaterplatz vor der Semperoper einzurichten, um für ein weniger repressives Asylsystem und die Verbesserung der Situation von Flüchtlingen zu protestieren. Der Ort  und auch die Aktionsform sorgten an den beiden folgenden Tagen für viele Diskussionen, in den Medien und vor Allem auch vor Ort. Viele, teils wütende, Bürger kamen vorbei, doch oft gelang es, ihnen den Zweck der Aktion nahezubringen, was in vielen Fällen gar zu einem Umdenken führte. Sicher hätte eine deutlichere Kommunikation der Ziele diese Lage von vornherein entschärfen können, aber es war halt eine spontane Sache. Weiterlesen