Big Broogle is watching you

BRernstaugengezGLE

Ich bin absolut kein Anhänger von Verschwörungstheorien (diese hier vielleicht ausgenommen) und kein ängstlichen Mensch. Ich leide nicht unter Verfolgungswahn, bin viel mehr der Zukunft als der Vergangenheit zugewandt und kein Pessimist, sondern Realist. Ich kenne mich ziemlich gut mit moderner Computertechnik und dem Internet aus.
Alle gute Gründe, NICHT in Panik zu verfallen und auch nicht den Teufel an die Wand zu malen, was die moderne digitale Welt angeht. ABER. Weiterlesen

Veganer

Als ich jung war, hießen so die Außerirdischen von der Vega. In Science Fiction Romanen. Heute nicht mehr.

Absolut leckerer veganer Kuchen

Absolut leckerer veganer Kuchen

Man könnte an dieser Stelle zynisch sein: wenn junge Leute früher etwas Gutes für die Welt tun und gleichzeitig sowohl ihre Eltern schocken als auch sich aus der Masse hervorheben wollten, war einer der Wege dahin: ich werde Vegetarier!
Aber was hilft es, wenn von den eigenen Kumpels jeder Zweite, von den Eltern vielleicht jeder Vierte schon selbst Vegetarier ist? Da muss man schon eine Stufe weiter gehen und Veganer werden.
Den gibt es in sogar noch in einer Steigerungsform. Was natürlich ganz praktisch ist, falls der Mainstream mal wieder zuschlägt.

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Eine neue Stufe der Bedeutungslosigkeit

Ich bin fest davon überzeugt, dass einer der Gründe, warum soziale Netzwerke so erfolgreich sind, der Drang des Menschen nach “Unsterblichkeit” ist. Der Mensch weiß, dass sein Dasein endlich ist, er möchte Spuren hinterlassen. Früher war das schwierig: man musste berühmt werden.

Der Mensch will Spuren hinterlassen...

Der Mensch will Spuren hinterlassen…

Oder wenigstens ein Buch schreiben, eine Platte veröffentlichen. Nur Kinder in die Welt zu setzen hat noch nie gereicht. Denn Erinnerungen und Spuren sind weder gefühlt und noch tatsächlich dasselbe. Heute jedoch, im Netz, besonders in den Sozialen Netzwerken, da scheint das ganz einfach zu sein. Jeder kann irgend was in die Welt hinaus posaunen und damit das Gefühl bekommen, er würde Spuren hinterlassen. Oder sich das zumindest einbilden, denn es ist natürlich eine Illusion.

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Im Sog der Stolpersteine

Eine Recherche kann wie ein Sog sein. Sie kann einen einsaugen in eine Welt, die kein Ende zu haben scheint und die einen nicht mehr loslassen will. Das habe ich in den letzten Wochen am eigenen Leib erfahren.

Stolperstein in Berlin. Foto: Thomas Quine

Stolperstein in Berlin.
Foto: Thomas Quine

Eigentlich fing das alles schon vor Monaten an. Schon länger bin ich aktiv in der Bürgerinitiative “Laubegast ist bunt!“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, dafür zu sorgen, dass Laubegast ein offener, bunter und toleranter Stadtteil wird bzw. bleibt.
Anlass für die Gründung dieses Netzwerkes, in dem Bürger, Ortsbeiräte und auch die Polizei zusammenarbeiten, war das Wahlergebnis der letzten Stadtratswahl. Bei dieser brachte es die NPD im Wahlbezirk Laubegast/Leuben auf teilweise bis zu 7% (Laubegast) und sogar 8,5% (Leuben) der Stimmen. Hauptaugenmerk der Initiative ist also rechtsextremistisches Gedankengut und was man dagegen tun kann.
Ende Oktober 2012 hatte dann jemand die Idee, auch hier bei uns in Laubegast sogenannte “Stolpersteine” zu verlegen. Damit begann es für mich.

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Gangster-Rapper

Vorgestern war ich im Militärhistorischen Museum Dresden. Allein schon das wäre einen Artikel wert, aber ich war gar nicht in der Ausstellung des Museums (die hab’ ich mir auch schon angesehen), sondern in einer Veranstaltung, die grausig und auch ein bißchen lustig war. Titel der Veranstaltung: “RESET – Aussteiger aus der rechten Szene berichten”. Klang interessant.
mhmddDas Auditorium des Museums war brechend voll, auf dem Podium saß eine seltsame Mischung von Menschen: der wissenschaftliche Leiter des Museums als Diskussionsleiter, der Chef der “SOKO Rex” (ein Kriminalhauptkommissar aus Bautzen), ein etwas älterer und behäbiger Sozialarbeiter, der ein Aussteigerprogramm betreibt, dazu zwei (ehemalige) Nazis. Der eine war der Typ “ich bin total doof und merke es noch nicht mal”, der andere eher “ich bin intelligent und gebildet und zeige das auch”.
Gleich vorab: ich finde es aller Ehren wert, dass diese beiden Jungs den Absprung geschafft haben, und die Arbeit des Sozialarbeiters ist natürlich total wichtig. Aber die Veranstaltung selbst!?! Weiterlesen

Die Rückkehr der Halunken

In meinem ersten Leben war ich Architekt. Wenn man in diesem Beruf, so wie ich zeitweise in Hamburg, auf Baustellen zu tun hat, und dann auch noch in einem Edel-Stadtteil bei Bauvorhaben, die in erster Linie der Geldvermehrung und/oder Steuerabschreibung dienen, muss man sich mit Bauunternehmern, Subunternehmern und ähnlichem Getier herumschlagen. Und dann ist einem der Begriff Halunke nicht fremd. Einer der Gründe für meinen Umstieg in den Medienbereich war, dass ich mit dieser Art von Menschen nichts zu tun haben wollte und will.
Aber natürlich gibt es die auch anderswo. Wenn ich heute meine Social-Media Seminare halte, dann erzähle ich im Rahmen der Einführung, zur Geschichte des Internet, immer gern von der Messe “Internet World”, die ich Anfang dieses Jahrtausends in Berlin besuchte. Das war kurz bevor die Dotcom-Blase platzte, und ich beschreibe dieses Szenario gern mit den Worten: “Ich habe nie vorher, und auch nie danach, so viele Halunken auf einem Haufen erlebt”.

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Digital Outsiders

So sieht es aus in der Welt der "Digital Outsiders"

So sieht es aus in der Welt der “Digital Outsiders”

Im modernen Medienpädagogen-Fachsprech ist von sogenannten “Digital Natives” (digitalen Eingeborenen) und “Digital Immigrants” (digitalen Einwanderern) die Rede. Die erste Gruppe bezeichnet diejenigen, die bereits mit den modernen Medien aufgewachsen sind, die zweite diejenigen, die den Umgang damit erst erlernen mussten.
Nun habe ich seit einiger Zeit mit einer dritten, auch gar nicht mal so kleinen Gruppe zu tun – ich nenne sie mal “Digital Outsiders” (digitale Außenseiter). Das sind Menschen, die mit der digitalen Welt so gar nichts am Hut haben. Damit sind sie für im Medienbereich tätige Menschen wie mich fremd und interessant, vergisst man doch oft, wie viele davon oder gar dass es sie überhaupt gibt. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen kann man von bis zu 20 Prozent ausgehen, was um die 15 Millionen Bundesbürger bedeuten würde. Bei den unter 30-jähringen geht die Zahl der Digital Outsiders zwar gegen Null, bei den über 70-jährigen kann man jedoch von bis zu 80 Prozent ausgehen.

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Nationalfeiertag

So fängt es immer an...

So fängt es immer an…

Im Sommer 2011 war mal eine Reise nach Paris fällig, mit der ganzen Familie. Bei uns ist das nicht immer einfach zu planen, denn für Selbstständige bedeutet Urlaub machen nicht nur die nötige Zeit finden, nein, es bedeutet auch etliche Tage kein Geld verdienen und dann auch noch den Urlaub bezahlen. Daher hängt das bei uns (wir sind beide selbstständig) immer von vielen Faktoren ab, und der Zeitraum ergibt sich eher zufällig. So auch in diesem Fall. Wer käme auch sonst auf die Idee, ausgerechnet um den französischen Nationalfeiertag (14. Juli) herum nach Paris zu fahren? Aber gerade das sollte sich als besonderes, für uns auch irgendwie befremdliches Ereignis herausstellen.
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GEMA, GEZ und Apple

Was haben diese drei gemeinsam? Ich rege mich oft über sie auf. Obwohl, eigentlich gar nicht so sehr über sie direkt, sondern über das Phänomen in den Sozialen Netzwerken (und nicht nur dort), das sie eint: die undifferenzierte und damit populistische Kritik.
Natürlich kann man sich über die GEMA echauffieren, denn sie ist ein aufgeblasener Verwaltungsgolem, der Geld schluckt und es überwiegend an Leute verteilt, die ohnehin schon genug davon haben. Aber die Grundidee ist deshalb trotzdem nicht schlecht, wird in der undifferenzierten Kritik aber gleich mit verdammt. Nur Leute, die niemals geistiges Eigentum hatten oder haben werden, können die Abschaffung desselben verlangen.
Dass die GEMA irgendwann tief in der analogen Vergangenheit steckengeblieben ist und es nicht schafft oder schaffen will, in der Gegenwart anzukommen und an einer notwendigen Reform der Urheberrechts mitzuarbeiten, wird vielleicht langfristig sogar in die Selbstabschaffung münden. Aber die anfangs angeprangerte, undifferenzierte Kritik richtet sich eben meist an niedere Instinkte (“die wollen unser Geld, die Schweine!”) und hat keinerlei Interesse an einer differenzierten Betrachtung des Themas. Das nervt. Weiterlesen

Und gleich noch ein Jahrestag in der “Opferstadt”

In den Abendstunden des 2. März 1943, also heute vor genau 70 Jahren, wurde das knapp außerhalb der Stadtgrenze Dresdens gelegene “Judenlager” Hellerberg aufgelöst. Erst wenige Monate zuvor, im November 1942, waren die letzten Judenhäuser in Dresden aufgelöst und deren Bewohnen hierher gezwungen worden. Da das Lager außerhalb der Stadtgrenze lag, galt damit das erklärte Ziel, Dresden “judenrein” zu machen, als erfüllt.
Sämtliche 293 Insassen dieses Lagers, das auf dem der Firma Zeiss Ikon gehörenden Gelände von der Gestapo eingerichtet worden war, wurden als Zwangsarbeiter im nahe gelegenen Rüstungsbetrieb der Zeiss Ikon AG, dem Goehle-Werk, beschäftigt. Weiterlesen