Zwei Städte – zwei Erinnerungen

Diesen Text verfasste und las ich im Rahmen einer Veranstaltungsreihe von "Memorare Pacem" und "Weltoffenes Dresden" zur Erinnerungskultur rund um die Zerstörung der Stadt am 13. Februar 1945.
Lübeck nach dem Bombenangriff im März 1942 This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany license. Quelle: Bundesarchiv, Bild 146-1977-047-16 / CC-BY-SA 3.0

Ich bin 61 Jahre alt, und mein Leben ist, was Heimat angeht, zweigeteilt: die erste Hälfte verbrachte ich in Lübeck, bin also Norddeutscher, Hanseat von Hause aus. Ich komme aus der Stadt von Willy Brandt, von Thomas Mann, einer Stadt also, die nicht nur wesentlich älter ist als Dresden, sondern auch eine große Kulturgeschichte hat. Die zweite Hälfte meines Lebens habe ich nun in Dresden verbracht. Und auch, wenn die hier geborenen mich niemals als solchen anerkennen würden, so fühle ich mich auch als Dresdner, ich fühle mich hier zu Hause.
Zugegeben, die Gewöhnung der Dresdner an meine Mentalität und umgekehrt hat ganz schön lange gedauert, aber es geht gut mittlerweile. Vielleicht auch, weil ich die Wendezeit miterlebte und mich damals schon extrem aufgeregt habe über die Kolonialherrenmentalität vieler Leute, die aus dem Westen hierher kamen um Geschäfte zu machen. Bisweilen trifft man diese Mentalität immer noch an. Furchtbar.

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