Gangster-Rapper

Vorgestern war ich im Militärhistorischen Museum Dresden. Allein schon das wäre einen Artikel wert, aber ich war gar nicht in der Ausstellung des Museums (die hab‘ ich mir auch schon angesehen), sondern in einer Veranstaltung, die grausig und auch ein bißchen lustig war. Titel der Veranstaltung: „RESET – Aussteiger aus der rechten Szene berichten“. Klang interessant.
mhmddDas Auditorium des Museums war brechend voll, auf dem Podium saß eine seltsame Mischung von Menschen: der wissenschaftliche Leiter des Museums als Diskussionsleiter, der Chef der „SOKO Rex“ (ein Kriminalhauptkommissar aus Bautzen), ein etwas älterer und behäbiger Sozialarbeiter, der ein Aussteigerprogramm betreibt, dazu zwei (ehemalige) Nazis. Der eine war der Typ „ich bin total doof und merke es noch nicht mal“, der andere eher „ich bin intelligent und gebildet und zeige das auch“.
Gleich vorab: ich finde es aller Ehren wert, dass diese beiden Jungs den Absprung geschafft haben, und die Arbeit des Sozialarbeiters ist natürlich total wichtig. Aber die Veranstaltung selbst!?! Gangster-Rapperweiterlesen

Und gleich noch ein Jahrestag in der „Opferstadt“

In den Abendstunden des 2. März 1943, also heute vor genau 70 Jahren, wurde das knapp außerhalb der Stadtgrenze Dresdens gelegene „Judenlager“ Hellerberg aufgelöst. Erst wenige Monate zuvor, im November 1942, waren die letzten Judenhäuser in Dresden aufgelöst und deren Bewohnen hierher gezwungen worden. Da das Lager außerhalb der Stadtgrenze lag, galt damit das erklärte Ziel, Dresden „judenrein“ zu machen, als erfüllt.
Sämtliche 293 Insassen dieses Lagers, das auf dem der Firma Zeiss Ikon gehörenden Gelände von der Gestapo eingerichtet worden war, wurden als Zwangsarbeiter im nahe gelegenen Rüstungsbetrieb der Zeiss Ikon AG, dem Goehle-Werk, beschäftigt. Und gleich noch ein Jahrestag in der „Opferstadt“weiterlesen

Ein weiterer Jahrestag der „Opferstadt“

Heute vor genau 75 Jahren, am 1. März 1938, zog ein vierstündiger Faschingsumzug durch die Dresdner Straßen. Das Motto: „Auszug der Kinder Israels“. Massen von Menschen bejubelten den Umzug.
Nach den Gewalttaten am 9. November desselben Jahres mussten alle Juden in sogenannte „Judenhäuser“ ziehen. Von den 4397 Bürgern jüdischen Glaubens oder „jüdischer Abstammung“, die 1933 in Dresden registriert waren, überlebten nur wenige die Vernichtungslager. Noch 1945 waren 382 Häftlinge des Konzentrationslagers Bergen-Belsen in Dresden untergebracht, wo sie für die Firma Zeiss Ikon Zwangsarbeit leisten mussten. Die Rolle speziell dieser Firma im Dritten Reich bedarf dringend einer Aufarbeitung, die bisher in keiner Weise erfolgte.

http://youtu.be/xLFaXQdzmV4