Das Rudel

rudelWer sagt, dass alles Elend auf der Welt seine Ursache in Dummheit, Skrupellosigkeit, Machtgeilheit und Religion in beliebigen Zusammenstellungen hat und hatte, der liegt damit ziemlich richtig. Man kann es aber vielleicht auch auf einen noch einfacheren Nenner bringen: das Rudel hat Schuld.
Ich bin kein Soziologe oder Anthropologe oder sonstiger -loge, aber wenn ich mich so umschaue in der Welt, dann scheint mir ein Überbleibsel aus grauer Vorzeit das menschliche Handeln entscheidend zu beeinflussen. Ist er, der Mensch, doch ein instinktgesteuertes Wesen, wie alle Säugetiere. Und deshalb oft auch seinem Instinkt ausgeliefert. Das Rudelweiterlesen

Rassisten in der Filter-Bubble

03Schon vor mehr als einem Jahr habe ich hier über die „Filter-Bubble“ geschrieben. Diesen Begriff prägte der Internet-Polit-Aktivist Eli Pariser 2012 in seinem Buch „Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden.“
Im Rahmen meiner Facebook-Seminare für Internet-Anfänger erzähle ich immer wieder davon – kaum jemand weiß, dass er sich in einer solchen Blase befindet, denn man merkt nichts davon.
Den Effekt kann man jedoch sehr leicht selbst überprüfen: einfach mal auf zwei Rechnern, die von verschiedenen Personen benutzt werden, bei Google denselben Suchbegriff eingeben. Es werden zwei komplett unterschiedliche Suchergebnis- Seiten dabei herauskommen.
Oft schon kam mir, wenn ich davon sprach, die Frage nach den Folgen für eine immer mehr im Internet vernetzte Gesellschaft in den Sinn. Jetzt kann man das in aller Deutlichkeit beobachten. Im realen Leben, auf der Straße. Jeden Montag in Dresden. Rassisten in der Filter-Bubbleweiterlesen

PEGIDA non grata

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 09.26.53Eigentlich bin ich bekannt für meine Gelassenheit, dafür, dass ich stets versuche, Menschen mit Respekt, Verständnis und Toleranz zu begegnen. Ich habe sehr lange mit mir gerungen, ob ich etwas zum Thema PEGIDA schreiben soll. Habe darüber nachgedacht, ob man mit diesen verwirrten Menschen reden kann und muss. Ob man sie tatsächlich irgendwie ernst nehmen sollte. Bis gestern Abend. Da zog das, was als PEGIDA jeden Montag in Dresden auf der Straße ist, direkt an mir vorbei, und das machte mich fassungslos und wütend. Noch nicht einmal die Tatsache, dass ich am Rande von einem Teilnehmer tätlich angegriffen wurde, weil ich ihn einen Rassisten nannte*, trug dazu bei… der war einfach verwirrt und vielleicht, das bleibt zu hoffen, war das auch eine Art Ausbruch von Wut auf sich selbst und/oder Angst vor irgendwas und Zweifel, oder er fühlte sich auch einfach nur beleidigt von mir… wie gesagt, egal, das spielt keine Rolle, schon vergessen. PEGIDA non grataweiterlesen

Pokernacht im Amtsgericht

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Foto: Zdenko Zivkovic

Ich möchte eine Geschichte erzählen, die sich genau so zugetragen hat. Sie beginnt am 3. Oktober 2013 und endet am 13. Mai 2014 im Amtsgericht Berlin Tiergarten. Mit einer Runde Poker.

Berlin Hellersdorf, 3. Oktober 2013. Die NPD hat eine ihrer „Gute Heimreise“-Aktionen am umstrittenen Flüchtlingsheim angemeldet, und es gibt eine Gegendemonstration. Zu dieser sind zwei junge Leute unterwegs. Sie wollen Flagge zeigen gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und gegen die menschenverachtende Ideologie der Rechtsextremen. Im wahrsten Sinne des Wortes Flagge zeigen, denn sie haben sich, sind sie doch keine Transpi-Fans, zwei kleine Fahnen (Signalflaggen-Größe) gebastelt. Aus einem schwarzen Jutebeutel. Kurze Stange also, ein Stück schwarzer Stoff als Fahne, und übrig blieben beim Basteln die Tragegriffe des Jutebeutels. Da schien es eine gute Idee zu sein, diese jeweils als Schlaufe an den Enden der Fahnengriffe zu befestigen, um die Fahnen so vielleicht bei einer möglicherweise etwas länger dauernden Demo bequemer tragen zu können. Pokernacht im Amtsgerichtweiterlesen

Die Kaffee-Verschwörung…

… oder: die Macht der Verbraucher

© trophygeek
© trophygeek

Erinnert sich noch jemand 1984? Nicht als Buchtitel des Romans von George Orwell, nein, an das wirkliche, echte Jahr? Manchem mag es so vorkommen, als sei das Jahrhunderte her, tatsächlich sind es aber nur 30 Jahre. Es war das Jahr, in dem Apple den MacIntosh vorstellte, Indira Gandhi ermordet und die bundesdeutsche Volkszählung gerichtlich (vorerst) gestoppt wurde. Aber es war auch das Jahr, in dem die Verbraucher dem Handel ihre Macht demonstrierten. Die Kaffee-Verschwörung…weiterlesen

Rechtsstaat – oder nicht?

coverÜber die Ereignisse rund um den 19. Februar 2011 habe ich ja in diesem Blog schon mehrfach berichtet. Was ich an jenem Tag erlebt habe und vor Allem, was im Nachgang so alles geschah, hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Weil irgendwie auch mein Weltbild ins Wanken geriet, beschloss ich Ende 2011, meine Gedanken dazu aufzuschreiben, zu erzählen, was geschehen ist und auch alles, was in diesem Zusammenhang danach geschah, zu dokumentieren.
Nun werde ich beginnen, diese Aufzeichnungen, die noch nicht abgeschlossen sind, nach und nach auf diesem Blog zu veröffentlichen.

Heute gibt’s den ersten Teil. Ich werde nach und nach alle weiteren Teile veröffentlichen. Im Blogteil gibt es dann immer eine kurze Beschreibung, bis der nächste Teil veröffentlicht wird. Die Texte selbst befinden sich auf der Seite „RECHTSSTAAT“, auf der dann nach und nach der gesamte Text zu lesen sein wird. Diese Seite ist natürlich auch über das Menü oben zu erreichen.
So, und nun viel Spaß bei Lesen des 1. Teils!

Mordende Minderheit

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Die „schützenswerte Minderheit“ marschiert am 12.2.2014 durch die Dresdner Altstadt

In der schönen Stadt Dresden, in der ich seit mehr als zwanzig Jahren lebe, betrachtet man Nazis nicht als das, was sie sind (zur Erinnerung: eine Horde von brutalen, menschenverachtenden Demokratiefeinden, die Leute zusammenschlägt und auch gern mal ermordet), sondern als schützenswerte Minderheit. Das habe ich nun schon mehrfach gehört.
Zum Beispiel von einem Richter am Amtsgericht in seiner Urteilsbegründung. Zuletzt habe ich das sogar schriftlich bekommen, von der Versammlungsbehörde Dresden.
Aber zunächst einmal ein paar Erläuterungen zur Vorgeschichte: Mordende Minderheitweiterlesen

Eindimensional

eindimensional2Das Lesen von Posts bei Facebook und Twitter bringt mich zuweilen an die Grenze meiner eigentlich nicht gerade geringen Belastungsfähigkeit. Vor allem die Kommentare bei Facebook sprengen manchmal jeden Rahmen eines menschlichen Miteinanders, wie ich es mir vorstelle. Da sind natürlich zum Einen die „Trolls“ genannten Idioten und Quatschköpfe, die zu allem ihren überflüssigen Sermon absondern müssen. Das war ja auch in der Vor-Social-Network-Welt nicht anders: in der Kneipe redet meistens der am lautesten, der nichts Sinnvolles zu sagen hat.
Momentan wird es aber immer schlimmer, denn wir befinden uns in Zeiten mit Problemen, die komplex sind. Aber alle wollen einfache Lösungen, einfache Erklärungen, sehnen sich scheinbar unbändig danach. Das ist die Keimzelle für den Fluch der Sozialen Netzwerke: die eindimensionale Sichtweise. Eindimensionalweiterlesen

Ich habe einen Traum …I have a dream…

…, dass jeder, der ernsthaft in Erwägung zieht, Fracking zu genehmigen, selbst in flüssiger Form in tiefe Erdschichten gepresst wird.

Ich habe einen Traum …
…, dass ganz vielen Menschen die fehlenden Gehirnzellen nachwachsen, auf dass sie ihr Verhalten überdenken und ändern – dazu gehören alle Nazis, alle Rassisten, Populisten wie Sarrazin, Buschkowsky, Broder, Seehofer und viele andere, aber auch gewaltbereite Polizisten, Hooligans und Hohlköpfe in den Reihen der Antifa.

Ich habe einen Traum …
…, dass die Hinterlist ausstirbt, die Lüge am Besten gleich mit, und die Grausamkeit natürlich auch.

Ich habe einen Traum …
…, dass alle Militärausgaben aller Staaten in Zukunft dafür verwendet werden, den Planeten zu retten.

Ich habe einen Traum …
…, dass Aktienhandel verboten, Geldgeilheit strafbar, Turbo-Kapitalismus abgeschafft wird  und jeder Reiche von sich aus den größten Teil seines Geldes spendet.

Ich habe einen Traum …
…, dass das Streben nach Macht ein Ausschlusskriterium für das Erreichen von Macht wird.

Ich habe einen Traum …
…, dass am 13. Februar kein einziger Nazi mehr durch Dresden marschiert, und auch nicht an einem anderen Tag oder in einer anderen Stadt.

Ich habe einen Traum …
…, dass die NPD, die AfD und die CSU bei der Europawahl zusammen genau drei Stimmen kriegen: von Udo Pastörs, Bernd Lucke und Horst Seehofer.

Ich habe einen Traum …
…, dass die beiden Ursachen allen Elends auf der Welt, nämlich Dummheit und religiöser Wahn, spurlos verschwinden.

Ich habe einen Traum …
…, dass der Reichtum der Kirchen an die Armen verteilt wird.

Ich habe einen Traum …
…, dass sich statt der Technik mal der Mensch weiterentwickelt und sein Rudelverhalten, sein Alphatiergehabe, den Hang zu Sexismus, Gewalt und Unterdrückung abgewöhnt.

Ich habe einen Traum …
…, dass…. scheiße, jetzt bin ich aufgewacht.

Heute wäre Martin Luther King 85 Jahre alt geworden.

… that any person who seriously considers to approve Fracking in Europe, will be pressed, in person, in liquid form, into deep soil layers.

I have a dream …
… that a lot of people regrow missing brain cells, so that they may reconsider and change their behavior – including all Nazis, all racists, populists like Tilo Sarrazin, Heinz Buschkowsky, Henrik M. Broder, Horst Seehofer and many others, including violent policemen, hooligans and Antifa airheads.

I have a dream …
… that deceitfulness becomes extinct, as well as lies, and cruelty of course .

I have a dream …
… that all military spending of all states is used to save the planet.

I have a dream …
… that stock trading is banned, greed for money is punishable, turbo – capitalism is abolished and everyone who is really rich donates most of their money.

I have a dream …
… that the pursuit of power is an exclusion criteria for the attainment of power.

I have a dream …
… that on 13 February, not a single Nazi marches through Dresden, or any other city on any other day.

I have a dream …
… that NPD (German Nationalist Party), AFD (German Anti-Europe Party) and CSU (Bavarian Part-Time Nationalist Party, part of German Government) will, all together, get  only three votes in the European elections: by their leaders Udo Pastörs, Bernd Lucke and Horst Seehofer.

I have a dream …
… that the two causes of all misery in the world, namely stupidity and religious delusions, disappear without a trace.

I have a dream …
… that all wealth of all churches will be distributed to the poor.

I have a dream …
… that man, instead of the technology, evolves and gets rid of his herd behavior, his alpha animal affectation, of sexism, violence and oppression.

I have a dream …
… that … damn, now I woke up.

Today, Martin Luther King would have celebrated his 85th birthday.

Stolpersteine – die Verlegung

Zwei Tage ist es jetzt her, da hat Gunter Demnig in Laubegast die fünf Stolpersteine verlegt, für die ich die Recherchen gemacht hatte. Ich habe in meinem Blog schon hier und hier darüber berichtet. Auf den Tag hatte ich mich schon lange mental vorbereitet, er hat mich dann aber doch noch mehr mitgenommen als ich erwartet hatte. Jetzt möchte ich dieses Kapitel mit ein paar Fotos der Verlegung und einem kurzen Bericht abschließen. Stolpersteine – die Verlegungweiterlesen