Der Fürst…

… wird entlohnt!

Foto: Romantikgeist (https://www.flickr.com/photos/romantikgeist/) - Creative Commons Lizenz

Foto: Romantikgeist – Creative Commons Lizenz

In meinem letzten Beitrag habe ich mich mit ein paar Leuten befasst, die mir nichts Gutes wollen – ganz im Gegenteil. Sie sind voll von Neid, Wut und Hass und sehen sich stets als Opfer von irgendwas. Ein Leben zwischen Deutschland über alles, Bier und Bratwurst, das bestimmt anstrengend ist, ich mir gar nicht vorstellen mag und glücklicherweise auch nicht leben muss. Aber, neben dem dauernden Vorwurf “demokratiefeindlich” zu sein (das ist, ausgerechnet von diesen Leuten, ein echt gelungener Witz) kommt immer wieder in ihren Artikeln, aber oft auch in Kommentaren, der Vorwurf, wir würden “fürstlich entlohnt”, Steuermittel in exorbitanter Höhe verbraten oder uns bereichern an der “Asylkrise”. Um das mal klarzustellen (die werden das ohnehin nicht glauben, aber egal…) hier mal ein paar Infos, wie das so ist mit der “fürstlichen Entlohnung”:

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Wie ich YouTube erfand

niniscreenSo ganz stimmt das natürlich nicht, so wortwörtlich. Nur fast. Andererseits – da, wo ich seit fast 25 Jahren lebe, geht das schon in Ordnung, da ist es üblich, so etwas einfach zu behaupten.
Aber der Reihe nach, bevor Konfusion entsteht: Neben der gewöhnungsbedürftigen Mundart und der aus meiner Sicht (eines Norddeutschen) ebenso ungewohnten Mentalität der Sachsen (man kann sich übrigens ziemlich gut an beides gewöhnen!) fiel mir damals eines besonders auf: der Drang des Sachsen, jedem und jeder, egal, ob es interessiert oder nicht, ständig zu erzählen, was die Sachsen alles erfunden haben. Aus ihrer Sicht praktisch alles: die Filtertüte (stimmt), den Büstenhalter (stimmt auch), den Fernseher (stimmt nur bedingt), den Computer (stimmt gar nicht). Oder vielleicht auch andersrum, ich hab’s vergessen. Kaum eine Ausgabe einer beliebigen Tageszeitung in Sachsen, die nicht genau dieses Thema aufgreift. Ein Schelm, wer dabei an Minderwertigkeits-Komplex-Kompensation denkt.
Das hat mich von Anfang an befremdet, komme ich selbst doch aus der Stadt, in der das Marzipan (stimmt), die Hanse-Kogge (stimmt auch), die Buddenbrooks (stimmt) und die soziale Marktwirtschaft (stimmt nicht so richtig, aber Willy Brandt war “unser” Willy) erfunden wurden. Und dort erzählt einem das keiner andauernd, da ist das gar kein Thema.

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Rassisten in der Filter-Bubble

03Schon vor mehr als einem Jahr habe ich hier über die “Filter-Bubble” geschrieben. Diesen Begriff prägte der Internet-Polit-Aktivist Eli Pariser 2012 in seinem Buch “Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden.”
Im Rahmen meiner Facebook-Seminare für Internet-Anfänger erzähle ich immer wieder davon – kaum jemand weiß, dass er sich in einer solchen Blase befindet, denn man merkt nichts davon.
Den Effekt kann man jedoch sehr leicht selbst überprüfen: einfach mal auf zwei Rechnern, die von verschiedenen Personen benutzt werden, bei Google denselben Suchbegriff eingeben. Es werden zwei komplett unterschiedliche Suchergebnis- Seiten dabei herauskommen.
Oft schon kam mir, wenn ich davon sprach, die Frage nach den Folgen für eine immer mehr im Internet vernetzte Gesellschaft in den Sinn. Jetzt kann man das in aller Deutlichkeit beobachten. Im realen Leben, auf der Straße. Jeden Montag in Dresden. Weiterlesen

Rechtsstaat – Teil 2

Der zweite Teil meiner umfangreichen Aufzeichnungen zum Thema Rechtsstaat ist online – diesmal geht es um meine persönlichen Begegnungen und Erfahrungen mit der Justiz und dem Rechtssystem und um das Thema Dresden und der 13. Februar.
Über das Hauptmenü (Menüpunkt “RECHTSSTAAT”) können alle Teile immer direkt angewählt werden, hier die direkten Links zum Teil 1 und zum neu online gestellten Teil 2.

Die meiste Zeit des Lebens…

… sucht der Mensch vergebens!
Außer, er benutzt eine Suchmaschine und verirrt sich auf diesem Wege hierher, auf mein Blog. Hier mal einige “meistbenutzte Suchbegriffe” aus meiner Webstatistik (jeweils für einen Zeitraum von 24 Stunden). Schon interessant, wonach manche so suchen… der Vollständigkeit halber muss ich noch darauf hinweisen, dass ich anfangs irgendwo auch das Keyword “Porno” benutzt habe. Das habe ich dann bald wieder entfernt, und die “meistbenutzten Suchbegriffe” in diesem Zusammenhang sind alles andere als jugendfrei oder für dieses Blog geeignet. Viele der  von Erfolg gekrönten Suchanfragen, die weiter unten zu sehen sind, haben wir natürlich meinem Artikel über Schambehaarung zu verdanken, und dem über Calzedonia. Insofern wirkt das hier vielleicht etwas eintönig, man ahnt jedoch (und mag sich kaum ausmalen), was da draußen so alles an Skurrilem gesucht wird… aber seht selbst, in zufälliger Reihenfolge: Weiterlesen

… und mehr

Vor einiger Zeit las ich das Buch “Die schönsten Wanderwege der Wanderhure” von Julius Fischer. Dieses Buch hat es kürzlich zu einiger Berühmtheit gebracht. Dem Autor  passierte nämlich das vielleicht Beste, das einem jungen Autor passieren kann: er (besser gesagt: sein Verlag) wurde verklagt. Und zwar von den humorlosen Autoren und Verlegern  der vollkommen überflüssigen “Wanderhuren”-Filme. Und so wurde bundesweit über dieses Buch mit dem wirklich lustigen Titel berichtet, was den Verkaufszahlen nicht abträglich sein dürfte.
Julius Fischer, ein erfolgreicher und gefeierter Poetry-Slammer, erzählt hier in kurzen und teilweise durchaus amüsanten Episoden und angenehm uneitel aus seinem Leben. Besonders die Begegnungen mit seinem Dynamo-Hool-Kumpel sind lustig.
Eine Episode handelt von seinem Friseur, an dessen Laden geschrieben steht: “Frisuren und mehr”. Sinngemäß. Dieser Ausdruck “und mehr” begegnet einem ja mittlerweile sehr oft – “Brötchen und mehr”, “Schmuck und mehr”, “Globuli und mehr”. In diesem letzten Falle ist das allerdings besonders leicht, weil praktisch alles mehr ist als nichts.
Aber zurück zum Thema: was bedeutet das eigentlich – “und mehr”? Wo kommt dieser Ausdruck her? Das fragt Julius Fischer sich in seinem Buch auch, mehrere Seiten lang. Weiterlesen

Live im Petersdom

hallfahneDa hab’ ich aber jetzt über die Maßen lange und gleich aus zwei Gründen gezögert. Und mir das Album dann doch gekauft.
Kürzlich hatte ich so ein Zögern schon mal, allerdings nicht ganz so stark.
Ach so, ich muss ja noch sagen, worum es geht: um Musik. Neue Musik, die ich gern und meist digital kaufe. Bei iTunes oder auch oft bei Amazon, je nach Preis.
Ich bin eigentlich immer froh, wenn es mal neue Musik, neue Künstler gibt, die interessant sind. Von denen erfahre ich praktisch ausschließlich über das Netz oder durch Empfehlungen von Freunden. Radio hab’ ich früher viel gehört, aber neuerdings höre ich im Auto nur noch Infosender, mein Bedarf an Gedudel und künstlicher guter Laune ist für dieses Leben gedeckt. Zu Hause schalte ich ab und zu mal radio eins ein, aber spätestens nach dem vierten Block mit unfassbar bescheuerter Radiowerbung gebe ich das dann auch auf. So finde ich also durch Empfehlungen, durch Twitter und Facebook und das Netz neue Künstler, die interessant sind. Für mich natürlich, denn eins auch gleich noch vorweg: Musik ist und bleibt Geschmackssache. Ich kenne und vertrete natürlich nur meinen Geschmack, klar. Weiterlesen

Filterbubble 2.0

blaseDer Effekt ist inzwischen allgegenwärtig, wenn auch von vielen immer noch unbemerkt: die sogenannte “Filterbubble”, die Filterblase. Amazon hat mal irgendwann damit angefangen – nicht nur die Einkäufe, sondern das gesamte Surfverhalten der Nutzer zu scannen, um möglichst passgenau Produkte platzieren und dem Käufer anbieten zu können. Das kann ganz praktisch sein, wenn einem nicht ständig was angeboten wird, das man ohnehin niemals kaufen würde. Aber die Nachteile sind gravierend: neben der Datensammelei und dem Anlegen von Nutzerprofilen gerät der Kunde eben auch in die besagte Filterblase, denn mittlerweile agieren alle Internetanbieter so – Facebook, Google und Co. filtern alles heraus, was mich vermeintlich nicht interessiert. Ich befinde mich somit im Netz in einer Blase aus Dingen und Informationen, die (nach Ansicht der Kunden-Scanner) für mich interessant oder wichtig sind. Alles Andere bleibt außen vor.  Weiterlesen

Fortschritt

fortschritt1Kürzlich hörte ich von einer Amerikanerin, die im Medienbereich tätig ist, den Satz “bei der Internet-Nutzung ist Deutschland 7 bis 10 Jahre zurück”. Verglichen mit den USA, versteht sich. Meine erste Reaktion war leichter Ärger. Diese Aussage klang für mich einfach etwas arrogant, schließlich bewege ich mich ständig in der digitalen Welt und arbeite mit dem und im Netz.
Bei näherer Betrachtung hingegen ist dieser Satz jedoch eigentlich sehr aussagekräftig und bietet einiges an Gedankenfutter.
Beinahe hätte ich der Netzaktiven aus den Staaten im Affekt geantwortet: “Mag sein, dass wir da 10 Jahre zurück sind, aber dafür sind wir den USA, was Pazifismus angeht, 68 Jahre voraus”.

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