An der Moschee

In der letzten Augustwoche 2019 hielten die Nazis von der „Heidenauer Wellenlänge“ – Madeleine Feige und Konsorten – eine „Mahnwache“ an der Marwa-El-Sherbini-Moschee in der Marschnerstraße in Dresden ab.
Hintergrund war, dass die Gemeinde einen Neubau plant und die Nazis das unbedingt verhindern wollen, wegen Islamisierung und so. Am Freitag der betreffenden Woche drohte natürlich die Eskalation, deshalb ging ich hin. Es war ein turbulenter Nachmittag, über den ich bei Facebook berichtete: „An der Moschee“ weiterlesen

Abschiebeknast und Kindeswohl

Am 11. Mai 2019 fand in Dresden eine Demonstration unter dem Motto „100 Jahre Abschiebehaft“ statt. Es ging hauptsächlich gegen den Abschiebeknast in Dresden (direkt neben dem „Anker“-Zentrum.

Es wurden einige Redebeiträge gehalten, die mir überwiegend sehr gut gefielen. Ein echtes Problem hatte ich mit dem Beitrag der Stadtratsabgeordneten der Grünen, Tina Siebeneicher. Ich musste mich mit meiner Kritik etwas zurückhalten, standen wir doch kurz vor der Neuwahl des Stadtrates und ich selbst auf der Kandidatenliste der Grünen (als Parteiloser), aber Sätze wie „Wir haben viel erreicht, zum Beispiel, dass Familien nicht mehr nachts abgeschoben werden“ oder „Ich werde mich auch in Zukunft für das Kindeswohl bei Abschiebungen einsetzen“ stießen mir dann doch sehr sauer auf. Bitte, what? Dann wird halt tagsüber abgeschoben, ist ja humaner? Und was um alles in der Welt kann eine Abschiebung je mit Kindeswohl zu tun haben? Na ja, Parteipolitik ist wohl nicht so mein Ding, war es auch nie, ich weiß schon, warum.

Auch ich wurde gebeten, einen Redebeitrag zu verfassen und vorzutragen, hier ist er im Wortlaut: „Abschiebeknast und Kindeswohl“ weiterlesen

Preisverleihung

Da erhielt ich, schon vor Monaten, einen Anruf aus der Sächsischen Staatskanzlei. Ich sei für den Sächsischen Bürgerpreis nominiert worden, ob ich damit einverstanden wäre und den Preis ggf. annehmen würde?
Kurz kam mir in den Sinn, was Klaus Kinski mal sagte: „Das Geschmeiß braucht mir keine Preise zu verleihen“, und auch, dass Helmut Schmidt das Bundesverdienstkreuz abgelehnt hatte mit der Begründung „Hanseaten nehmen keine Orden an“. Ich fühle mich zwar als Dresdner, aber auch immer noch als Hanseat, dann aber dachte ich an das Preisgeld, und auch daran, dass ein wenig Öffentlichkeit immer gut sein kann für das, was man so macht und was einem wichtig ist.
Also füllte ich ein Formular aus, schickte es ab und war im „Rennen“.

Preisverleihungweiterlesen

Der Fürst…

… wird entlohnt!

In meinem letzten Beitrag habe ich mich mit ein paar Leuten befasst, die mir nichts Gutes wollen – ganz im Gegenteil. Sie sind voll von Neid, Wut und Hass und sehen sich stets als Opfer von irgendwas. Ein Leben zwischen Deutschland über alles, Bier und Bratwurst, das bestimmt anstrengend ist, ich mir gar nicht vorstellen mag und glücklicherweise auch nicht leben muss. Aber, neben dem dauernden Vorwurf „demokratiefeindlich“ zu sein (das ist, ausgerechnet von diesen Leuten, ein echt gelungener Witz) kommt immer wieder in ihren Artikeln, aber oft auch in Kommentaren, der Vorwurf, wir würden „fürstlich entlohnt“, Steuermittel in exorbitanter Höhe verbraten oder uns bereichern an der „Asylkrise“. Um das mal klarzustellen (die werden das ohnehin nicht glauben, aber egal…) hier mal ein paar Infos, wie das so ist mit der „fürstlichen Entlohnung“:

Der Fürst…weiterlesen

Wie ich YouTube erfand

So ganz stimmt das natürlich nicht, so wortwörtlich. Nur fast. Andererseits – da, wo ich seit fast 25 Jahren lebe, geht das schon in Ordnung, da ist es üblich, so etwas einfach zu behaupten.
Aber der Reihe nach, bevor Konfusion entsteht: Neben der gewöhnungsbedürftigen Mundart und der aus meiner Sicht (eines Norddeutschen) ebenso ungewohnten Mentalität der Sachsen (man kann sich übrigens ziemlich gut an beides gewöhnen!) fiel mir damals eines besonders auf: der Drang des Sachsen, jedem und jeder, egal, ob es interessiert oder nicht, ständig zu erzählen, was die Sachsen alles erfunden haben. Aus ihrer Sicht praktisch alles: die Filtertüte (stimmt), den Büstenhalter (stimmt auch), den Fernseher (stimmt nur bedingt), den Computer (stimmt gar nicht). Oder vielleicht auch andersrum, ich hab’s vergessen. Kaum eine Ausgabe einer beliebigen Tageszeitung in Sachsen, die nicht genau dieses Thema aufgreift. Ein Schelm, wer dabei an Minderwertigkeits-Komplex-Kompensation denkt.
Das hat mich von Anfang an befremdet, komme ich selbst doch aus der Stadt, in der das Marzipan (stimmt), die Hanse-Kogge (stimmt auch), die Buddenbrooks (stimmt) und die soziale Marktwirtschaft (stimmt nicht so richtig, aber Willy Brandt war „unser“ Willy) erfunden wurden. Und dort erzählt einem das keiner andauernd, da ist das gar kein Thema.

Wie ich YouTube erfandweiterlesen

Rassisten in der Filter-Bubble

Schon vor mehr als einem Jahr habe ich hier über die „Filter-Bubble“ geschrieben. Diesen Begriff prägte der Internet-Polit-Aktivist Eli Pariser 2012 in seinem Buch „Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden.“
Im Rahmen meiner Facebook-Seminare für Internet-Anfänger erzähle ich immer wieder davon – kaum jemand weiß, dass er sich in einer solchen Blase befindet, denn man merkt nichts davon.
Den Effekt kann man jedoch sehr leicht selbst überprüfen: einfach mal auf zwei Rechnern, die von verschiedenen Personen benutzt werden, bei Google denselben Suchbegriff eingeben. Es werden zwei komplett unterschiedliche Suchergebnis- Seiten dabei herauskommen.
Oft schon kam mir, wenn ich davon sprach, die Frage nach den Folgen für eine immer mehr im Internet vernetzte Gesellschaft in den Sinn. Jetzt kann man das in aller Deutlichkeit beobachten. Im realen Leben, auf der Straße. Jeden Montag in Dresden. Rassisten in der Filter-Bubbleweiterlesen

Rechtsstaat – Teil 2

Der zweite Teil meiner umfangreichen Aufzeichnungen zum Thema Rechtsstaat ist online – diesmal geht es um meine persönlichen Begegnungen und Erfahrungen mit der Justiz und dem Rechtssystem und um das Thema Dresden und der 13. Februar.
Über das Hauptmenü (Menüpunkt „RECHTSSTAAT“) können alle Teile immer direkt angewählt werden, hier die direkten Links zum Teil 1 und zum neu online gestellten Teil 2.

Die meiste Zeit des Lebens…

… sucht der Mensch vergebens!
Außer, er benutzt eine Suchmaschine und verirrt sich auf diesem Wege hierher, auf mein Blog. Hier mal einige „meistbenutzte Suchbegriffe“ aus meiner Webstatistik (jeweils für einen Zeitraum von 24 Stunden). Schon interessant, wonach manche so suchen… der Vollständigkeit halber muss ich noch darauf hinweisen, dass ich anfangs irgendwo auch das Keyword „Porno“ benutzt habe. Das habe ich dann bald wieder entfernt, und die „meistbenutzten Suchbegriffe“ in diesem Zusammenhang sind alles andere als jugendfrei oder für dieses Blog geeignet. Viele der  von Erfolg gekrönten Suchanfragen, die weiter unten zu sehen sind, haben wir natürlich meinem Artikel über Schambehaarung zu verdanken, und dem über Calzedonia. Insofern wirkt das hier vielleicht etwas eintönig, man ahnt jedoch (und mag sich kaum ausmalen), was da draußen so alles an Skurrilem gesucht wird… aber seht selbst, in zufälliger Reihenfolge: Die meiste Zeit des Lebens…weiterlesen

… und mehr

Vor einiger Zeit las ich das Buch „Die schönsten Wanderwege der Wanderhure“ von Julius Fischer. Dieses Buch hat es kürzlich zu einiger Berühmtheit gebracht. Dem Autor  passierte nämlich das vielleicht Beste, das einem jungen Autor passieren kann: er (besser gesagt: sein Verlag) wurde verklagt. Und zwar von den humorlosen Autoren und Verlegern  der vollkommen überflüssigen „Wanderhuren“-Filme. Und so wurde bundesweit über dieses Buch mit dem wirklich lustigen Titel berichtet, was den Verkaufszahlen nicht abträglich sein dürfte.
Julius Fischer, ein erfolgreicher und gefeierter Poetry-Slammer, erzählt hier in kurzen und teilweise durchaus amüsanten Episoden und angenehm uneitel aus seinem Leben. Besonders die Begegnungen mit seinem Dynamo-Hool-Kumpel sind lustig.
Eine Episode handelt von seinem Friseur, an dessen Laden geschrieben steht: „Frisuren und mehr“. Sinngemäß. Dieser Ausdruck „und mehr“ begegnet einem ja mittlerweile sehr oft – „Brötchen und mehr“, „Schmuck und mehr“, „Globuli und mehr“. In diesem letzten Falle ist das allerdings besonders leicht, weil praktisch alles mehr ist als nichts.
Aber zurück zum Thema: was bedeutet das eigentlich – „und mehr“? Wo kommt dieser Ausdruck her? Das fragt Julius Fischer sich in seinem Buch auch, mehrere Seiten lang. … und mehrweiterlesen