Live im PetersdomLive in St. Peter’s Basilica

Da hab‘ ich aber jetzt über die Maßen lange und gleich aus zwei Gründen gezögert. Und mir das Album dann doch gekauft.
Kürzlich hatte ich so ein Zögern schon mal, allerdings nicht ganz so stark.
Ach so, ich muss ja noch sagen, worum es geht: um Musik. Neue Musik, die ich gern und meist digital kaufe. Bei iTunes oder auch oft bei Amazon, je nach Preis.
Ich bin eigentlich immer froh, wenn es mal neue Musik, neue Künstler gibt, die interessant sind. Von denen erfahre ich praktisch ausschließlich über das Netz oder durch Empfehlungen von Freunden. Radio hab‘ ich früher viel gehört, aber neuerdings höre ich im Auto nur noch Infosender, mein Bedarf an Gedudel und künstlicher guter Laune ist für dieses Leben gedeckt. Zu Hause schalte ich ab und zu mal radio eins ein, aber spätestens nach dem vierten Block mit unfassbar bescheuerter Radiowerbung gebe ich das dann auch auf. So finde ich also durch Empfehlungen, durch Twitter und Facebook und das Netz neue Künstler, die interessant sind. Für mich natürlich, denn eins auch gleich noch vorweg: Musik ist und bleibt Geschmackssache. Ich kenne und vertrete natürlich nur meinen Geschmack, klar.I’ve finally bought a new album, however this time, I was exceedingly reluctant to, for two reasons.
I’m getting ahead of myself, I am of course talking about music. New music that I like and purchase mostly digital, on iTunes or through Amazon, depending on the price.

I’m always happy when I discover new music and new artists that are interesting. I find these almost exclusively over the net or by recommendations from friends. I used to listen to the radio a lot, but now, I only listen to it in the car, and then just to news programmes. My need for ‘plastic’ music and artificial good moods is covered for this lifetime. Live im PetersdomLive in St. Peter’s Basilicaweiterlesen

Filterbubble 2.0Filter Bubble 2.0

blaseDer Effekt ist inzwischen allgegenwärtig, wenn auch von vielen immer noch unbemerkt: die sogenannte „Filterbubble“, die Filterblase. Amazon hat mal irgendwann damit angefangen – nicht nur die Einkäufe, sondern das gesamte Surfverhalten der Nutzer zu scannen, um möglichst passgenau Produkte platzieren und dem Käufer anbieten zu können. Das kann ganz praktisch sein, wenn einem nicht ständig was angeboten wird, das man ohnehin niemals kaufen würde. Aber die Nachteile sind gravierend: neben der Datensammelei und dem Anlegen von Nutzerprofilen gerät der Kunde eben auch in die besagte Filterblase, denn mittlerweile agieren alle Internetanbieter so – Facebook, Google und Co. filtern alles heraus, was mich vermeintlich nicht interessiert. Ich befinde mich somit im Netz in einer Blase aus Dingen und Informationen, die (nach Ansicht der Kunden-Scanner) für mich interessant oder wichtig sind. Alles Andere bleibt außen vor. bubbleThere is this effect that is now omnipresent although still unnoticed by many people, which is called the „Filter Bubble“. Years ago, Amazon started it – by scanning not only the purchases, but the entire browsing behavior of users to place ads and products accurately fitting as possible. This can be useful, if you do not get ads for uninteresting products all the time. But there are some serious drawbacks: in addition to the excessive collection of personal data and the creation of user profiles, the customer is caught in the said filter bubble , because now all Internet companies use these algorithm techniques  – Facebook , Google and all the others filter out everything that supposedly is not relevant or interesting for you. Therefore, in the Internet, I am moving inside a bubble of things and information that scanners and algorithms “think” are interesting or important to me. Everything else is left out. Filterbubble 2.0Filter Bubble 2.0weiterlesen

FortschrittProgress

fortschritt1Kürzlich hörte ich von einer Amerikanerin, die im Medienbereich tätig ist, den Satz „bei der Internet-Nutzung ist Deutschland 7 bis 10 Jahre zurück“. Verglichen mit den USA, versteht sich. Meine erste Reaktion war leichter Ärger. Diese Aussage klang für mich einfach etwas arrogant, schließlich bewege ich mich ständig in der digitalen Welt und arbeite mit dem und im Netz.
Bei näherer Betrachtung hingegen ist dieser Satz jedoch eigentlich sehr aussagekräftig und bietet einiges an Gedankenfutter.
Beinahe hätte ich der Netzaktiven aus den Staaten im Affekt geantwortet: „Mag sein, dass wir da 10 Jahre zurück sind, aber dafür sind wir den USA, was Pazifismus angeht, 68 Jahre voraus“.

fortschritt1Recently, a woman from the U.S., who works in the media business, said, during a presentation: „Regarding the use of the Internet, Germany is 7 to 10 years behind.“ Compared to the U.S., of course. My first reaction was slight anger. This statement sounded a little arrogant. After all, I am moving around in the digital world constantly and working with and on the net.
When I took a closer look on this, however, I found this phrase quite interesting and it provided some food for thought.
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Schambehaarung, David Cameron und Russlands Homophobie

Manchmal mache ich mir dann doch Sorgen um die nächste und die übernächste Generation. Was macht nur der verdammte Mainstream mit den Menschen? Alles wird über kurz oder lang von dieser modernen Form des Herdentriebs eingeholt … Dubstep hört man jetzt schon in der Werbung, und sogar in der Sportschau!
Durch die Sozialen Netzwerke und vor allem das Internet hat der Mainstream nun eine völlig neue Dimension erreicht. Selbst Bereiche, die früher komplett tabu und weit davon entfernt waren, dem Mainstream auch nur nahe zu kommen, sind heute nicht mehr davon ausgenommen. Magersucht ist Mainstream bei jungen Mädchen, ja sogar Porno macht Mainstream! Schon bei 14jährigen! Und genau daraus hat sich etwas entwickelt, das mich befremdet und mir Sorgen macht: der Hass auf Schamhaare.

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Spaß und Politik – passt das zusammen?

entleerungWenn man sich Phippsie Rößlers oder Horst Seehofers stets missglückte Humorversuche oder den Bundestagswahlkampf anschaut, könnte man meinen, die Antwort sei eindeutig: Nein. Wirft man man hingegen einen Blick auf die Wahl zum Osnabrücker Oberbürgermeister, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild.  Spaß und Politik – passt das zusammen?weiterlesen

Flutschutz

IMG_3103Jetzt muss aber mal dringend ein kleines Gegengewicht geschaffen werden. Zum Thema Flutschutz in Laubegast. Wenn schon meine Mutter, die in Lübeck wohnt, im Fernsehen Laubegaster Bürger vor Fernsehkameras sieht, die behaupten „nur weil ein paar Bürger hier auf Ihren Elbblick nicht verzichten wollen, sind 13000 Laubegaster abgesoffen“. Ehrlich, selten so einen Schwachsinn gehört. Und unsere Bürgermeisterin, Frau Orosz, ist sich nicht zu schade, genau dasselbe, wenn auch etwas raffinierter verklausuliert, in der Zeitung verlautbaren zu lassen bzw. selbst von sich zu geben. Und wenn sich die Leute unten am Laubegaster Ufer, die jetzt selbst schwer betroffen sind von der Flut, dann auch noch Vorwürfe und Beschimpfungen im Stile von „wegen Euch sind wir abgesoffen“ von Leuten anhören müssen, die teilweise wesentlich weniger betroffen sind, dann ist es Zeit für ein paar vorsortierte Gedanken. Flutschutzweiterlesen

Offener Brief an die Sächsische Zeitung

Betreff: Ihr Kommentar in der heutigen SZ zu Flatrates und Telekom

Sehr geehrter Herr Peter,
sehr geärgert hat mich Ihr Kommentar in der heutigen SZ*. Warum schreiben Sie einen Kommentar zu einem Thema, das Sie offensichtlich überhaupt nicht verstanden haben?
Es geht bei der aktuellen Diskussion nicht um Geld und auch nicht um die „Wir-wollen-alles-umsonst“-Community oder, wie Sie es mit unangebrachter Häme nennen, die „Flachdenker“. Möglicherweise steigen die Kosten für Netze durch immer größere Bandbreiten tatsächlich. Und natürlich können die Netzbetreiber sich diese steigenden Kosten vom Kunden wiederholen. Zum Beispiel durch Preiserhöhungen. Dies würde vielleicht auch zu Ärger bei den Kunden führen, aber hier geht es doch um etwas ganz anderes!
[*den kompletten Text des Kommentars finden Sie am Ende dieses Artikels]

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Big Broogle is watching youBig Broogle is watching you

BRernstaugengezGLE

Ich bin absolut kein Anhänger von Verschwörungstheorien (diese hier vielleicht ausgenommen) und kein ängstlichen Mensch. Ich leide nicht unter Verfolgungswahn, bin viel mehr der Zukunft als der Vergangenheit zugewandt und kein Pessimist, sondern Realist. Ich kenne mich ziemlich gut mit moderner Computertechnik und dem Internet aus.
Alle gute Gründe, NICHT in Panik zu verfallen und auch nicht den Teufel an die Wand zu malen, was die moderne digitale Welt angeht. ABER.BRernstaugengezGLE

I am absolutely not a fan of conspiracy theories (except maybe this one) and am not a timid man. I don’t have a persecution complex, am much more tuned to the future than the past, and not a pessimist, but a realist. I know a great deal about modern computer technology and the Internet.
All good reasons to NOT to live in panic and fear, and not to paint the modern digital world as the Devil. BUT.

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Eine neue Stufe der BedeutungslosigkeitA new level of insignificance

Ich bin fest davon überzeugt, dass einer der Gründe, warum soziale Netzwerke so erfolgreich sind, der Drang des Menschen nach „Unsterblichkeit“ ist. Der Mensch weiß, dass sein Dasein endlich ist, er möchte Spuren hinterlassen. Früher war das schwierig: man musste berühmt werden.

Der Mensch will Spuren hinterlassen...
Der Mensch will Spuren hinterlassen…

Oder wenigstens ein Buch schreiben, eine Platte veröffentlichen. Nur Kinder in die Welt zu setzen hat noch nie gereicht. Denn Erinnerungen und Spuren sind weder gefühlt und noch tatsächlich dasselbe. Heute jedoch, im Netz, besonders in den Sozialen Netzwerken, da scheint das ganz einfach zu sein. Jeder kann irgend was in die Welt hinaus posaunen und damit das Gefühl bekommen, er würde Spuren hinterlassen. Oder sich das zumindest einbilden, denn es ist natürlich eine Illusion.

I am convinced that one of the reasons for the success of social networks is the urge of people to be “immortal”. Everybody knows that their life will definitely come to an end one day. So they wants to leave their mark. In the past, this could be complicated: you had to be famous.

Man wants to leave traces ...
Man wants to leave traces …

Or at least write a book, publish a record. To only bring children into the world has never been enough, because memories and traces do not actually feel the same. And they aren’t the same. And they aren’t the same. Today, however, on the internet, especially on social networks, it seems to be quite simple. Anyone can broadcast any old crap to the world and by doing so get the feeling they’re leaving a mark. Or imagine it at least, for it is of course an illusion. Eine neue Stufe der BedeutungslosigkeitA new level of insignificanceweiterlesen