FortschrittProgress

fortschritt1Kürzlich hörte ich von einer Amerikanerin, die im Medienbereich tätig ist, den Satz „bei der Internet-Nutzung ist Deutschland 7 bis 10 Jahre zurück“. Verglichen mit den USA, versteht sich. Meine erste Reaktion war leichter Ärger. Diese Aussage klang für mich einfach etwas arrogant, schließlich bewege ich mich ständig in der digitalen Welt und arbeite mit dem und im Netz.
Bei näherer Betrachtung hingegen ist dieser Satz jedoch eigentlich sehr aussagekräftig und bietet einiges an Gedankenfutter.
Beinahe hätte ich der Netzaktiven aus den Staaten im Affekt geantwortet: „Mag sein, dass wir da 10 Jahre zurück sind, aber dafür sind wir den USA, was Pazifismus angeht, 68 Jahre voraus“.

fortschritt1Recently, a woman from the U.S., who works in the media business, said, during a presentation: „Regarding the use of the Internet, Germany is 7 to 10 years behind.“ Compared to the U.S., of course. My first reaction was slight anger. This statement sounded a little arrogant. After all, I am moving around in the digital world constantly and working with and on the net.
When I took a closer look on this, however, I found this phrase quite interesting and it provided some food for thought.
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Schambehaarung, David Cameron und Russlands Homophobie

Manchmal mache ich mir dann doch Sorgen um die nächste und die übernächste Generation. Was macht nur der verdammte Mainstream mit den Menschen? Alles wird über kurz oder lang von dieser modernen Form des Herdentriebs eingeholt … Dubstep hört man jetzt schon in der Werbung, und sogar in der Sportschau!
Durch die Sozialen Netzwerke und vor allem das Internet hat der Mainstream nun eine völlig neue Dimension erreicht. Selbst Bereiche, die früher komplett tabu und weit davon entfernt waren, dem Mainstream auch nur nahe zu kommen, sind heute nicht mehr davon ausgenommen. Magersucht ist Mainstream bei jungen Mädchen, ja sogar Porno macht Mainstream! Schon bei 14jährigen! Und genau daraus hat sich etwas entwickelt, das mich befremdet und mir Sorgen macht: der Hass auf Schamhaare.

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Spaß und Politik – passt das zusammen?

entleerungWenn man sich Phippsie Rößlers oder Horst Seehofers stets missglückte Humorversuche oder den Bundestagswahlkampf anschaut, könnte man meinen, die Antwort sei eindeutig: Nein. Wirft man man hingegen einen Blick auf die Wahl zum Osnabrücker Oberbürgermeister, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild.  Spaß und Politik – passt das zusammen?weiterlesen

Flutschutz

IMG_3103Jetzt muss aber mal dringend ein kleines Gegengewicht geschaffen werden. Zum Thema Flutschutz in Laubegast. Wenn schon meine Mutter, die in Lübeck wohnt, im Fernsehen Laubegaster Bürger vor Fernsehkameras sieht, die behaupten „nur weil ein paar Bürger hier auf Ihren Elbblick nicht verzichten wollen, sind 13000 Laubegaster abgesoffen“. Ehrlich, selten so einen Schwachsinn gehört. Und unsere Bürgermeisterin, Frau Orosz, ist sich nicht zu schade, genau dasselbe, wenn auch etwas raffinierter verklausuliert, in der Zeitung verlautbaren zu lassen bzw. selbst von sich zu geben. Und wenn sich die Leute unten am Laubegaster Ufer, die jetzt selbst schwer betroffen sind von der Flut, dann auch noch Vorwürfe und Beschimpfungen im Stile von „wegen Euch sind wir abgesoffen“ von Leuten anhören müssen, die teilweise wesentlich weniger betroffen sind, dann ist es Zeit für ein paar vorsortierte Gedanken. Flutschutzweiterlesen

Offener Brief an die Sächsische Zeitung

Betreff: Ihr Kommentar in der heutigen SZ zu Flatrates und Telekom

Sehr geehrter Herr Peter,
sehr geärgert hat mich Ihr Kommentar in der heutigen SZ*. Warum schreiben Sie einen Kommentar zu einem Thema, das Sie offensichtlich überhaupt nicht verstanden haben?
Es geht bei der aktuellen Diskussion nicht um Geld und auch nicht um die „Wir-wollen-alles-umsonst“-Community oder, wie Sie es mit unangebrachter Häme nennen, die „Flachdenker“. Möglicherweise steigen die Kosten für Netze durch immer größere Bandbreiten tatsächlich. Und natürlich können die Netzbetreiber sich diese steigenden Kosten vom Kunden wiederholen. Zum Beispiel durch Preiserhöhungen. Dies würde vielleicht auch zu Ärger bei den Kunden führen, aber hier geht es doch um etwas ganz anderes!
[*den kompletten Text des Kommentars finden Sie am Ende dieses Artikels]

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Big Broogle is watching youBig Broogle is watching you

BRernstaugengezGLE

Ich bin absolut kein Anhänger von Verschwörungstheorien (diese hier vielleicht ausgenommen) und kein ängstlichen Mensch. Ich leide nicht unter Verfolgungswahn, bin viel mehr der Zukunft als der Vergangenheit zugewandt und kein Pessimist, sondern Realist. Ich kenne mich ziemlich gut mit moderner Computertechnik und dem Internet aus.
Alle gute Gründe, NICHT in Panik zu verfallen und auch nicht den Teufel an die Wand zu malen, was die moderne digitale Welt angeht. ABER.BRernstaugengezGLE

I am absolutely not a fan of conspiracy theories (except maybe this one) and am not a timid man. I don’t have a persecution complex, am much more tuned to the future than the past, and not a pessimist, but a realist. I know a great deal about modern computer technology and the Internet.
All good reasons to NOT to live in panic and fear, and not to paint the modern digital world as the Devil. BUT.

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Eine neue Stufe der BedeutungslosigkeitA new level of insignificance

Ich bin fest davon überzeugt, dass einer der Gründe, warum soziale Netzwerke so erfolgreich sind, der Drang des Menschen nach „Unsterblichkeit“ ist. Der Mensch weiß, dass sein Dasein endlich ist, er möchte Spuren hinterlassen. Früher war das schwierig: man musste berühmt werden.

Der Mensch will Spuren hinterlassen...
Der Mensch will Spuren hinterlassen…

Oder wenigstens ein Buch schreiben, eine Platte veröffentlichen. Nur Kinder in die Welt zu setzen hat noch nie gereicht. Denn Erinnerungen und Spuren sind weder gefühlt und noch tatsächlich dasselbe. Heute jedoch, im Netz, besonders in den Sozialen Netzwerken, da scheint das ganz einfach zu sein. Jeder kann irgend was in die Welt hinaus posaunen und damit das Gefühl bekommen, er würde Spuren hinterlassen. Oder sich das zumindest einbilden, denn es ist natürlich eine Illusion.

I am convinced that one of the reasons for the success of social networks is the urge of people to be “immortal”. Everybody knows that their life will definitely come to an end one day. So they wants to leave their mark. In the past, this could be complicated: you had to be famous.

Man wants to leave traces ...
Man wants to leave traces …

Or at least write a book, publish a record. To only bring children into the world has never been enough, because memories and traces do not actually feel the same. And they aren’t the same. And they aren’t the same. Today, however, on the internet, especially on social networks, it seems to be quite simple. Anyone can broadcast any old crap to the world and by doing so get the feeling they’re leaving a mark. Or imagine it at least, for it is of course an illusion. Eine neue Stufe der BedeutungslosigkeitA new level of insignificanceweiterlesen

Die Rückkehr der Halunken

In meinem ersten Leben war ich Architekt. Wenn man in diesem Beruf, so wie ich zeitweise in Hamburg, auf Baustellen zu tun hat, und dann auch noch in einem Edel-Stadtteil bei Bauvorhaben, die in erster Linie der Geldvermehrung und/oder Steuerabschreibung dienen, muss man sich mit Bauunternehmern, Subunternehmern und ähnlichem Getier herumschlagen. Und dann ist einem der Begriff Halunke nicht fremd. Einer der Gründe für meinen Umstieg in den Medienbereich war, dass ich mit dieser Art von Menschen nichts zu tun haben wollte und will.
Aber natürlich gibt es die auch anderswo. Wenn ich heute meine Social-Media Seminare halte, dann erzähle ich im Rahmen der Einführung, zur Geschichte des Internet, immer gern von der Messe „Internet World“, die ich Anfang dieses Jahrtausends in Berlin besuchte. Das war kurz bevor die Dotcom-Blase platzte, und ich beschreibe dieses Szenario gern mit den Worten: „Ich habe nie vorher, und auch nie danach, so viele Halunken auf einem Haufen erlebt“.

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Digital Outsiders

So sieht es aus in der Welt der "Digital Outsiders"
So sieht es aus in der Welt der „Digital Outsiders“

Im modernen Medienpädagogen-Fachsprech ist von sogenannten „Digital Natives“ (digitalen Eingeborenen) und „Digital Immigrants“ (digitalen Einwanderern) die Rede. Die erste Gruppe bezeichnet diejenigen, die bereits mit den modernen Medien aufgewachsen sind, die zweite diejenigen, die den Umgang damit erst erlernen mussten.
Nun habe ich seit einiger Zeit mit einer dritten, auch gar nicht mal so kleinen Gruppe zu tun – ich nenne sie mal „Digital Outsiders“ (digitale Außenseiter). Das sind Menschen, die mit der digitalen Welt so gar nichts am Hut haben. Damit sind sie für im Medienbereich tätige Menschen wie mich fremd und interessant, vergisst man doch oft, wie viele davon oder gar dass es sie überhaupt gibt. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen kann man von bis zu 20 Prozent ausgehen, was um die 15 Millionen Bundesbürger bedeuten würde. Bei den unter 30-jähringen geht die Zahl der Digital Outsiders zwar gegen Null, bei den über 70-jährigen kann man jedoch von bis zu 80 Prozent ausgehen.

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