Filterbubble 2.0Filter Bubble 2.0

blaseDer Effekt ist inzwischen allgegenwärtig, wenn auch von vielen immer noch unbemerkt: die sogenannte „Filterbubble“, die Filterblase. Amazon hat mal irgendwann damit angefangen – nicht nur die Einkäufe, sondern das gesamte Surfverhalten der Nutzer zu scannen, um möglichst passgenau Produkte platzieren und dem Käufer anbieten zu können. Das kann ganz praktisch sein, wenn einem nicht ständig was angeboten wird, das man ohnehin niemals kaufen würde. Aber die Nachteile sind gravierend: neben der Datensammelei und dem Anlegen von Nutzerprofilen gerät der Kunde eben auch in die besagte Filterblase, denn mittlerweile agieren alle Internetanbieter so – Facebook, Google und Co. filtern alles heraus, was mich vermeintlich nicht interessiert. Ich befinde mich somit im Netz in einer Blase aus Dingen und Informationen, die (nach Ansicht der Kunden-Scanner) für mich interessant oder wichtig sind. Alles Andere bleibt außen vor. bubbleThere is this effect that is now omnipresent although still unnoticed by many people, which is called the „Filter Bubble“. Years ago, Amazon started it – by scanning not only the purchases, but the entire browsing behavior of users to place ads and products accurately fitting as possible. This can be useful, if you do not get ads for uninteresting products all the time. But there are some serious drawbacks: in addition to the excessive collection of personal data and the creation of user profiles, the customer is caught in the said filter bubble , because now all Internet companies use these algorithm techniques  – Facebook , Google and all the others filter out everything that supposedly is not relevant or interesting for you. Therefore, in the Internet, I am moving inside a bubble of things and information that scanners and algorithms “think” are interesting or important to me. Everything else is left out.

Das ist mittlerweile so weit verbreitet, dass man sich um solche Dinge wie Neugier und Innovation in unserer Gesellschaft schon erste ernste Sorgen machen könnte. Und je mehr sich das Leben vom analogen in den digitalen Raum verlagert, desto umfassender wirkt der Filtereffekt.
Beispiel: Ich gehöre zur Generation der letzten echten Fernsehgucker. Ich setze mich gern nach Feierabend, wenn nicht anderes anliegt, auf mein Sofa und schalte die Glotze ein. Das ist für mich Entspannung. Manchmal (immer seltener) schaue ich gezielt zu einer bestimmten Zeit, um eine bestimmte Sendung zu sehen. Häufig schaue ich zeitversetzt oder etwas, das ich zuvor aufgezeichnet habe. Oft jedoch, wenn gerade ich nichts Bestimmtes sehen will, dann zappe ich auch einfach herum. Und entdecke dabei sehr häufig, natürlich vor allem bei den Öffentlich-Rechtlichen und deren Spartenkanälen, Sendungen, auf die ich sonst niemals aufmerksam geworden wäre. Wie viel ich da schon entdeckt habe: neue Musik, interessante Menschen, wissenschaftliches.
Sowas passiert der nächsten und übernächsten Generation, die erklärtermaßen nicht mehr fernsieht, sondern sich Videos, Dokus etc. nur noch im Netz anschaut, nicht, denn da bewegen sie sich in der Filterblase und kriegen von YouTube oder anderen Diensten natürlich, in Abhängigkeit von ihrem Sehverhalten, nur bestimmte Inhalte angeboten. Wer also nicht aktiv und absichtlich aus dieser Blase ausbricht (z.B. Dienste wechseln, Cookies löschen), der bleibt für immer drin.

Dasselbe gilt übrigens auch für Nachrichten. Es ist eben ein Unterschied, ob ich eine (redaktionierte) Zeitung lese oder ein Newsportal nutze. Gott sei Dank gibt es von den meisten Printmedien auch Onlineausgaben, die das recht gut abbilden, aber in den USA beziehen schon lange Dreiviertel aller Internetnutzer ihre Neuigkeiten ausschließlich von Google News (sammelt und präsentiert nur Nachrichten anderer Portale) oder gar (das ist in der jungen Generation auch in Deutschland der Fall) Facebook(!). Beides Angebote innerhalb der Filterblase. Zusätzlich zu dieser Tatsache, dass die Nachrichten sich hier also nach der vermeintlichen Interessenlage des Nutzers richten, unterscheiden sich Google News und auch andere, rein webbasierte Nachrichtenportale von den redaktionierten Angeboten dadurch, dass die Reihenfolge der Nachrichten und der Umfang der Berichterstattung von der Anzahl der Zugriffe abhängt. Es wird also nicht möglichst umfassend berichtet, sondern in erster Linie über das, was die Masse interessiert. Und eben, im Umkehrschluss, nicht über Dinge, die nicht massenkompatibel sind. Das Netz wie eine gigantische BILD-Zeitung. Und bei Facebook (in seiner Funktion als „Nachrichtenportal“) wird gar doppelt gefiltert, denn das Portal entscheidet ja schon vorab, Beiträge welcher Freunde ich überhaupt zu sehen bekomme. Und was ich dann sehe, stammt von bereits gefilterten Portalen.
Was das alles langfristig für gesellschaftliche und politische Auswirkungen haben wird, kann sich jeder vorstellen.

Schöne Neue Welt…

Der Begriff "Filter Bubble" stammt von Eli Pariser, dessen Buch
"The Filter Bubble: What the Internet is hiding from you" 
unbedingt lesenwert ist.

This has become so widespread that you could get serious concerns about such things as curiosity and innovation in our society. And the more life is shifting from analogue to the digital space, the more comprehensive  the filter effect will get.
For example: I belong to the generation of the last real TV watchers. I like to sit down after work on my sofa and switch on the telly. This is relaxation for me. Sometimes (increasingly rare) I look specifically at a certain time to watch a particular program. Often I look delayed or something that I have previously recorded. Often, however, when I don’t  want to watch anything specific, I also just zap around. And discover very often, of course, especially in the public service broadcasters and their special-interest channels, broadcasts, to which I would otherwise never had become aware. How much have I already discovered: new music, interesting people, science.
Something like this will never happen to the next generation and the one that will come after them, for they do not watch television any more, they only watch videos, documentaries, etc. on the net. They move in the filter bubble even more, because they will only find what YouTube or other services, depending on their viewing behavior, will offer to them. So if you do not actively and intentionally move out of this bubble (e.g. by changing services or deleting cookies), you will remain in it for ever.

Same with the News. It’s just a difference if I read news in an (edited) newspaper or on a news portal in the Internet. Thank God, most print media have good online editions, which pretty well reflect the contents of the print edition, but in the U.S., 75 percent of all Internet users get their news exclusively from Google News (a portal that collects and displays only news from other portals) or even (e.g. the young generation, also in Germany) Facebook (!). Both portals operate INSIDE the filter bubble. In addition to the fact that these news are therefore based on the assumed interests of the user, Google News and other, purely web-based news portals differ from edited newspapers in the fact, that the sequence of messages and the amount of coverage depends on the number of requests. Therefore these news do not report as widely as possible, but are based primarly on news the mass is interested in. And, by implication, not about things that are not mass compliant. The web as a giant Boulevard newspaper. And on Facebook (in its function as a „news portal“ ), the news are even filtered twice, because the portal already decided beforehand, posts of which user might be interesting for me. And what I see then, comes from already filtered portals.
Anyone can imagine what long term social and political consequences  all this will have.

Brave New World …

The term " filter bubble " comes from Eli Pariser , whose book "The 
Filter Bubble: What the Internet is hiding from you" is absolutely 
worth reading.

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