Islamismus

Hier ein kleiner Text, den ich nach dem islamistischen Mord in Dresden eigentlich auf Facebook posten wollte. Und es dann doch nicht getan habe, weil da die Erregungswelle so hochschwappte und ich mich daran nicht beteiligen wollte. Aber dann doch zu schade zum Wegwerfen, der Text.

 

OK, dann also für Herrn Kühnert und Herrn Mansour: ich sehe, außer in der Motivation, keinen grundlegenden Unterschied zwischen dem Dresdner Islamisten und dem Lübcke-Mörder. Zu diesem habe ich mich auch nicht geäußert, weil doch außer Frage steht, dass die Tat verabscheuungswürdig ist und die dahinter stehende Ideologie mit aller Macht bekämpft werden muss. So, wie die Tat des einen nichts mit seiner Nationalität zu tun hat, hat die des anderen nichts mit der Religion zu tun. Beide nehmen das nur als Rechtfertigung.
Ich bin auch nicht der Meinung, dass sich nun alle Muslime und Muslimas von der Tat eines Islamisten distanzieren müssen, ebenso wenig, wie sich alle Deutschen von der des Lübcke-Mörders oder alle Christ:innen von der des Anders Breivik oder des Christchurch-Attentäters distanzieren müssen. Eine verabscheuungswürdige Tat ist und bleibt eine verabscheuungswürdige Tat.
Nicht aus Versehen habe ich Siegfried Däbritz, einen der Vorbeter von Pegida, mal in einem Blogpost als „IS-Siggi“ bezeichnet. Er will nämlich genau dasselbe wie die Islamisten, die er zu bekämpfen vorgibt: ein „Wir gegen Die“, einen „Kuturkampf“ bis hin zum Bürger- oder Religionskrieg, eine Spaltung der Gesellschaft, Hass und Gewalt.
Islamismus steht, ebenso wie Rassismus, Sexismus und jede andere menschenfeindliche Ideologie, gegen alle Werte und Normen, die für ein freies, friedliches Zusammenleben wichtig sind und haben in einer Welt, in der ich leben möchte, nichts zu suchen. Sie müssen mit aller Macht bekämpft werden, ebenso wie die Ideologien, die auf diesen Weg führen, zum Beispiel der sogenannte „politische Islam“, Rechtsextremismus, Nationalismus, Faschismus.
Warum das alles extra betont werden muss, um nicht in den Verdacht zu geraten, das irgendwie zu tolerieren, erschließt sich mir nicht.
Wenn wir die Menschenfeindlichkeit überwinden wollen und es im Zusammenleben eben keine Rolle spielen soll, welche Hautfarbe, welche Religion, welches Geschlecht, welche sexuelle Orientierung oder Herkunft jemand hat, dann ist ein Mörder nicht mehr und nicht weniger ein Mörder, ein Irrer nicht mehr und nicht weniger ein Irrer und ein Fanatiker nicht mehr weniger und nicht weniger ein Fanatiker, nur weil er oder sie vielleicht zu einer diskriminierten Minderheit gehört, dunkle Haut hat oder schwul ist. Was zählt ist die Tat und die Motivation. Und da gibt es keinen Unterschied zwischen einem rassistischen oder einem islamistischen Mord.

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