GEMA, GEZ und Apple

Was haben diese drei gemeinsam? Ich rege mich oft über sie auf. Obwohl, eigentlich gar nicht so sehr über sie direkt, sondern über das Phänomen in den Sozialen Netzwerken (und nicht nur dort), das sie eint: die undifferenzierte und damit populistische Kritik.
Natürlich kann man sich über die GEMA echauffieren, denn sie ist ein aufgeblasener Verwaltungsgolem, der Geld schluckt und es überwiegend an Leute verteilt, die ohnehin schon genug davon haben. Aber die Grundidee ist deshalb trotzdem nicht schlecht, wird in der undifferenzierten Kritik aber gleich mit verdammt. Nur Leute, die niemals geistiges Eigentum hatten oder haben werden, können die Abschaffung desselben verlangen.
Dass die GEMA irgendwann tief in der analogen Vergangenheit steckengeblieben ist und es nicht schafft oder schaffen will, in der Gegenwart anzukommen und an einer notwendigen Reform der Urheberrechts mitzuarbeiten, wird vielleicht langfristig sogar in die Selbstabschaffung münden. Aber die anfangs angeprangerte, undifferenzierte Kritik richtet sich eben meist an niedere Instinkte („die wollen unser Geld, die Schweine!“) und hat keinerlei Interesse an einer differenzierten Betrachtung des Themas. Das nervt. GEMA, GEZ und Appleweiterlesen

Und gleich noch ein Jahrestag in der „Opferstadt“

In den Abendstunden des 2. März 1943, also heute vor genau 70 Jahren, wurde das knapp außerhalb der Stadtgrenze Dresdens gelegene „Judenlager“ Hellerberg aufgelöst. Erst wenige Monate zuvor, im November 1942, waren die letzten Judenhäuser in Dresden aufgelöst und deren Bewohnen hierher gezwungen worden. Da das Lager außerhalb der Stadtgrenze lag, galt damit das erklärte Ziel, Dresden „judenrein“ zu machen, als erfüllt.
Sämtliche 293 Insassen dieses Lagers, das auf dem der Firma Zeiss Ikon gehörenden Gelände von der Gestapo eingerichtet worden war, wurden als Zwangsarbeiter im nahe gelegenen Rüstungsbetrieb der Zeiss Ikon AG, dem Goehle-Werk, beschäftigt. Und gleich noch ein Jahrestag in der „Opferstadt“weiterlesen

Ein weiterer Jahrestag der „Opferstadt“

Heute vor genau 75 Jahren, am 1. März 1938, zog ein vierstündiger Faschingsumzug durch die Dresdner Straßen. Das Motto: „Auszug der Kinder Israels“. Massen von Menschen bejubelten den Umzug.
Nach den Gewalttaten am 9. November desselben Jahres mussten alle Juden in sogenannte „Judenhäuser“ ziehen. Von den 4397 Bürgern jüdischen Glaubens oder „jüdischer Abstammung“, die 1933 in Dresden registriert waren, überlebten nur wenige die Vernichtungslager. Noch 1945 waren 382 Häftlinge des Konzentrationslagers Bergen-Belsen in Dresden untergebracht, wo sie für die Firma Zeiss Ikon Zwangsarbeit leisten mussten. Die Rolle speziell dieser Firma im Dritten Reich bedarf dringend einer Aufarbeitung, die bisher in keiner Weise erfolgte.

http://youtu.be/xLFaXQdzmV4

Datendusche…

Herzlich willkommen hier, Wanderer. In diesem Blog schreibe ich, was mir einfällt, was mich bewegt, was ich wichtig finde, vornehmlich zu den Themen Netzpolitik, Medien und Politik. Immer subjektiv, immer ehrlich, oft provokant, hoffentlich manchmal erhellend oder gar lustig. Viel Spaß!
Claus Dethleff
P.S.: Unter dem Menüpunkt „Shitstorm“ finden sich böse Postings und Kommentare zu mir persönlich. 

Der Mensch schafft sich ab

Zuerst sah ich sie nur im Westen – die Automaten an Tankstellen, die einem das Kleingeld abgezählt herausgeben. Automatisch. Dann gab es das auch in Dresden, und da war mein Erstaunen schon nicht mehr so groß. Ich sprach die Kassiererin darauf an und fragte, ob sie nicht Angst habe, irgendwann, so nach und nach, von Automaten ersetzt zu werden. Sie hatte aber eine Erklärung für den Einsatz der Maschine parat (die ich nicht mehr zusammenkriege – irgend was mit Fehleranfälligkeit…. der Kassierer?) und, als letzten Notrettungsanker, die Aussage „Ich spreche mehr Sprachen als der Automat“. Wohl wahr, aber im Zeitalter kurz vor der Einführung automatischer Sprachübersetzungssysteme nicht langfristig überzeugend. Der Mensch schafft sich abweiterlesen

How to start a Shitstörmchen…

Auf Facebook zögere ich oft. Viel häufiger als bei anderen Gelegenheiten, denn eigentlich bin ich kein zögerlicher Mensch. Aber dort ist es angebracht, denn einfach so los schreiben kann fatale Folgen haben. Also lieber erst nachdenken, sprich: zögern. Vermutlich wäre gestern gar nix passiert, denn mein Zögern hätte das verhindert, was ich mit meinem Kommentar auslöste. Ich wusste natürlich schon vorher, was passieren würde, aber ich tat es doch bewusst. Denn an dem Tag hatte ich nachmittags ein Seminar zum Thema Soziale Netzwerke zu halten, und da dachte ich mir: Anschauungsmaterial ist nicht schlecht, da kann ich den Teilnehmern gleich mal zeigen, wie schnell da was losgehen kann. How to start a Shitstörmchen…weiterlesen