Sexismus made by Calzedonia

Die betreffende WerbungOktober 2013 in Dresden. Die ganze Stadt ist zugepflastert mit einer Werbung der Firma Calzedonia. Werbung auch für die Altmarkt Galerie. Es ist nicht klar, wofür hier geworben wird, denn es steht nichts auf den Plakaten, nur “Calzedonia” und “Altmarkt Galerie”. Vielleicht wird hier für Lolitas geworben, oder für Essstörungen? Drei Motive, alle fragwürdig, eines jedoch absolut sexistisch. An praktisch jeder Bus- und Bahnhaltestelle, jeder Litfaßsäule. Kotz.

Ich erfuhr später, dass es in Berlin ganz ähnlich aussah, vermutlich also in ganz Deutschland. Eine Weile ertrug ich diese Zumutung zähneknirschend, dann beschloss ich, etwas zu unternehmen. Ich schrieb an die Altmarkt-Galerie und an den Deutschen Werberat, fast gleichlautend:

“Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte mich hiermit über eine unangemessene Werbung beschweren. Es handelt sich um Display-Werbung der Marke Calzedonia, die momentan überall in Dresden an Litfaßsäulen und Haltestellen hängt.
Diese Werbung ist frauenfeindlich und sexistisch und sollte daher dringend entfernt werden. So ein Foto einer auf “Lolita” getrimmten, extrem schlanken und so gut wie unbekleideten Frau (sie trägt weder BH noch Slip) hat im öffentlichen Raum, wo es von Kindern und Jugendlichen ständig gesehen wird, nichts zu suchen. Ich mag gar nicht daran denken, was so eine Werbung, und vor allem in dieser Dichte hier in der Stadt, bei Kindern und Jugendlichen (fast 20% der Mädchen haben bereits Essstörungen!) anrichtet.
Ich möchte Sie dringend bitten dafür zu sorgen, dass diese Werbeplakate umgehend entfernt werden.
Eines der Motive finden Sie als Foto im Anhang dieser Mail.”

Das mit den fast 20% war übrigens eine Schätzung von mir – ich hab’s mittlerweile noch mal nachgelesen: bei Mädchen sind es nach offiziellen Schätzungen bis zu 30%!

Zwei Tage später erhielt ich erfreulicherweise Antwort vom Werberat, der mir mitteilte, dass meine Beschwerde eingegangen sei und nun gemäß den Verhaltensregeln des Deutschen Werberats geprüft werde. Sollte die Beschwerde als nicht begründet beurteilt werden, würde man mir einen abschließenden Bescheid erteilen, welcher dann auch (ohne meine Identität preiszugeben) an das betreffende Unternehmen übersandt werde.
Sollte die Prüfung hingegen ergeben, dass die Beschwerde möglicherweise begründet sei – so der Werberat in  seinem Schreiben – werde das werbende Unternehmen zur Stellungnahme aufgefordert.
Na, immerhin.

Der Laden in der Altmarkt-Galerie

Der Laden in der Altmarkt-Galerie

Von der Altmarkt Galerie erhielt ich ebenfalls, noch schneller, eine Antwort:
“Sehr geehrter Herr Dethleff,
zunächst möchten wir uns bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit genommen haben, uns gegenüber Ihre Kritik bezüglich der Werbekampagne von Calzedonia zum Ausdruck zu bringen. Wir sind auf die Reaktion unserer Besucher angewiesen und schätzen diese sehr.
Da es sich bei dieser Kampagne um eine eigenständige Werbeaktion unseres Mieters Calzedonia handelt, leiten wir Ihre Email an die entsprechenden Ansprechpartner weiter.
Wir danken Ihnen nochmals für Ihre Kritik und hoffen, Sie schon bald wieder in der Altmarkt-Galerie Dresden begrüßen zu dürfen.
Mit freundlichen Grüßen / Kind regards
Center Management”

Es war natürlich keine Überraschung, dass das Center Management es sich nicht leisten kann, auf Beschwerden nicht zu reagieren. Allerdings wurde die Verantwortung dann mal flugs weitergereicht. Obwohl auf dieser sexistischen Werbung ja groß “Altmarkt Galerie” stand. Schwach.

Auch der “entsprechende Ansprechpartner” meldete sich, zwei Tage später, und das gleich zwei Mal: sowohl die Calzedonia Germany GmbH als auch “Info_Germania/MUC/DE/CALZEDONIA.CALZEDONIA@calzedonia.it” schrieben mir, in verdächtig absolut gleichlautenden Mails:
“Sehr geehrter Herr Dethleff,
Wir haben Ihre Beschwerde erhalten und diese an die dafür verantworliche Stelle weitergeleitet
Mit freundlichen Grüßen”

Nun hieß es abzuwarten. Ab Ende Oktober waren die Werbe-Motive verschwunden – der Werbezyklus war wohl zu Ende. Kostet ja auch ganz schön, so was.

Dann, eine Woche, nachdem ich mich beim Werberat beschwert hatte, deren Entscheidung:
“Sehr geehrter Herr Dethleff,
wir nehmen Bezug auf Ihre Beschwerde vom [...] und teilen Ihnen mit, dass wir das werbende Unternehmen zunächst zur Stellungnahme aufgefordert haben.
Über den Fortgang des Verfahrens und das weitere Vorgehen des Deutschen Werberates werden wir Sie unterrichten.

Na bitte, Zufriedenheit meinerseits, denn ich war anscheinend nicht allein mit meiner Meinung über diese Werbung. Das war ich ohnehin nicht, denn praktisch alle, mit denen ich darüber sprach, waren genau so empört über diese Werbung wie ich. Aber dass der Werberat dies nun auch so sah und die Firma Calzedonia von deren Seite eine Aufforderung zur Stellungnahme erhielt, das ging schon in die richtige Richtung. Ich begann, von Abmahnungen, Rügen und Bußgeldbescheiden zu träumen.

Von Calzedonia weiterhin nichts, aber gut zwei Wochen nach dem letzen Schreiben des Werberates dann das:
“Sehr geehrter Herr Dethleff,
wir nehmen Bezug auf Ihre Beschwerde […] und unseren Zwischenbescheid […].
Der Werbung Treibende hat uns inzwischen mitgeteilt, dass die Werbemaßnahme künftig nicht mehr geschaltet wird.
Da der Deutsche Werberat entsprechend seiner Verfahrensordnung eine Beschwerde über eine Werbemaßnahme nicht weiter verfolgt, wenn das Werbung treibende Unternehmen sich bereit erklärt hat, die Werbung zu ändern oder nicht mehr zu schalten, sehen wir die Angelegenheit als erledigt an.”

Nun also doch die Ernüchterung. Es reicht anscheinend, sexistische Werbung einfach nicht allzu lange hängen zu lassen und sie rechtzeitig wieder zu entfernen, um keinerlei Folgen befürchten zu müssen!?
Bei allem Respekt vor der Möglichkeit für jedermann, sich bei einer zentralen Stelle zu beschweren, aber wenn das so ein zahnloser Tiger ist, was nützt es dann?
Das nächste Mal werde ich dann wohl mit einer Klage drohen oder den Werbetreibenden gleich anzeigen. Ach so, es ist ja gar keiner verantwortlich, den man verklagen könnte… verdammt!

An die Calzedonia-Schergen habe ich dann auch noch mal geschrieben, ohne eine Antwort zu erwarten natürlich:
“Sehr geehrte Frau […],
ich möchte nochmals an meine Beschwerde vom […] erinnern und daran, dass ich eine Antwort von der “verantwortlichen Stelle” erwarte. 
Von Info_Germania/MUC/DE/CALZEDONIA.CALZEDONIA@calzedonia.it (ist das aus Ihrer Sicht die verantwortliche Stelle?) erhielt ich eine Mail, die denselben Wortlaut hatte wie die Mail von Ihnen (war also wohl ein Dummy).
Gibt es in Ihrer Firma tatsächlich niemanden, der für Werbung zuständig ist? Das ist schwer vorstellbar, wenn man sich Kampagnen wie die besagte, die Millionen gekostet haben muss, anschaut. Bitte wimmeln Sie mich nicht ab.
Mit freundlichen Grüßen
Claus Dethleff”

An Info_Germania/MUC/DE/CALZEDONIA.CALZEDONIA@calzedonia.it schrieb ich eine fast gleichlautende Mail und bekam diesmal auch sofort eine Antwort:
“Mail delivery failed: returning message to sender. A message that you sent could not be delivered to one or more of its recipients. This is a permanent error. The following address(es) failed:  Info_Germania/MUC/DE/CALZEDONIA.CALZEDONIA@calzedonia.it SMTP error from remote mail server after RCPT TO:<Info_Germania/MUC/DE/CALZEDONIA.CALZEDONIA@calzedonia.it>: host mx1.calzedonia.com [81.118.252.138]: 550 #5.1.0 Address rejected.”

Scheint so, als würde es die “verantwortliche Stelle” überhaupt nicht geben. Nicht weiter verwunderlich, für Calzedonia allerdings sehr praktisch. Schöne neue Magersucht-Welt.

29 Gedanken zu “Sexismus made by Calzedonia

  1. Es tut mir leid, aber ich kann deinen Unmut nicht teilen. Wenn du dich über diese Werbung beschwerst, dann solltest du dich an anderer Stelle genau so beschweren. Diese Werbung ist meiner Meinung nach wirklich verträglicher als viele andere. Wir sehen auf dem Bild kein nacktes Magermodel, sondern vielmehr eine schlanke Frau!! Unter Magersucht verstehe ich etwas anderes. Das Model hat keine heraus spießenden Knochen und ein abgemagertes Gesicht. Außerdem hat das Photo einen ästhtischen Wert, es werden weder Brüste noch Scham gezeigt, wie auf massenweise anderen Photos auf Werbeplakten oder im Fernsehen oder in Zeitsschriften und und und. Wie gesagt, ich kann nicht teilen, aus welchem Grund du dich ausgerechnet über DIESES Photo so lautstark beschwerst.

    • Hallo Lizzi,
      in gewisser Weise hast Du ja sogar recht – es gibt schlimmere Werbung. Aber dadurch wird diese hier natürlich nicht besser. Es war ja auch die massenhafte Verbreitung, das komplette Zupflastern ganzer Städte, das mich so aufgeregt hat. Hätte ich diese Werbung in einem Hochglanz- Modemagazin gesehen, hätte sie mir vielleicht nicht gefallen, aber ich hätte mich darüber nicht unbedingt beschwert. Das Schlimme ist, dass damit ein Frauenbild dargestellt und idealisiert wird, das bei vielen jungen Mädchen (das weiß ich aus eigener Erfahrung) zu großen Problemen führen kann.
      Und natürlich beschwere ich mich auch über andere sexistische Werbung, wer hat gesagt, ich würde das nicht tun?
      Viele Grüße und danke für den Kommentar.
      Claus

      • Ich kann die Aufregung auch nicht so recht verstehen, sorry ._.

        “Sex sells” das war schon immer so, und warum ist die Werbung sexistisch, wenn die Dame aufreizend gekleidet dargestellt wird.
        Bei Ambercrombie& Fitch stehen doch auch halbnackte Kerle vor den Läden.

      • tja, claus, wo er recht hat…?

        vielleicht hätte dich die werbung weniger gestört, wenn das model die bluse geschlossen hätte? aber so war sie ja bauchfrei zu sehen… (hilfe, schnell alle schwimmbäder schließen)

        da du ja offensichtlich zugang zum internet hast, hättest du das gleiche tun können wie ich, als ich damals die werbung sah und mit calzedonia nichts anzufangen wußte. dann hättest du gleich gewußt, daß sie bademoden und legwear an den mann/die frau bringen wollen. da es winter war, galt es also der strumpfhose. und noch nie gab es models, die (zumindest unter nicht blickdichten strumpfhosen) slips trugen (außer in den 70ern vielleicht). das ist selbst auf den packungen, die meine frau kauft, so.

        solltest du deine überschüssige energie in was sinnvolles lenken wollen, dann unterstütze lieber den kampf gegen die “ex-gez”, die selbst menschen, die sich dem rundfunkmedienkonsum verschließen oder nicht einmal empfangsgeräte bereithalten, zur kasse bittet. ein verein, dessen beitragsservice allein schon milliarden verschlingt, sehr volksnah das ganze. oder engagier dich gegen die gesundheitschädigende sommerzeitregelung. aber dort werden wir dich wohl nie als mitstreiter vorfinden.

        übrigens, anorexie, bulimie und andere eßstörungen finden ihren ursprung im elternhaus und dem sozialen umfeld, nicht plakaten oder anzeigen in zeitschriften. allerdings weiß man das nicht unbedingt, wenn man mit solchen patienten keinen umgang hat, ist also nicht vorzuwerfen. allerdings, thesen aufzustellen, ohne sich näher zu informieren, ist schon einen vorwurf wert.

        naja, bei mensa in deutschland werden wir dich sowieso nicht finden können.

        • tja, Mario…?

          dazu nur ein paar Anmerkungen:

          - wie kennen uns (hoffentlich) nicht persönlich, also sind wir noch nicht beim “Du”

          - Ihr Kommentar hat es gerade so geschafft, freigeschaltet zu werden

          - zynische und beleidigende Kommentare disqualifizieren sich selbst, immer wieder

          - ich habe nicht behauptet, dass Essstörungen durch diese Plakate ausgelöst werden, aber ich habe sehr wohl in meinem direkten Umfeld mehrere Fälle erlebt und weiß, dass diese “Role-Models” eine erhebliche Rolle spielen. Schon mal auf einer Anorexie-Webseite gewesen? Sie haben ja bestimmt auch Zugang zum Internet.

          - warum müssen Sie eigentlich Ihren GEZ-Wirrwarr hier abladen? Fragt Sie sonst keiner nach Ihrer Meinung?

          - wie gut, dass ich nicht in Ihrer Haut stecke und nicht Ihre Gedanken denken muss.

  2. Super gemacht Claus, leider hängen seit letzter Woche in Kiel ganz ähnliche Werbungen dieser Firma. Schlimmerweise fast bei jeder Bushaltestelle des öffentlichen Verkehrsunternehmens KVG. Ich werde mir erlauben deinen Text zu kopieren und in meinem Namen an die Verantwortlichen zu schicken, da mir dein Text sehr gefällt und ich dem fast nichts zuzufügen habe. Wenn man mal selber mit Magersucht in Berührung gekommen ist, möchte man diese Leute wirklich gern in Verantwortung ziehen.

    • Danke für das Lob, und natürlich darfst Du meinen Text kopieren und benutzen. Je breiter diese Proteste sind, um so besser. Hier in Dresden hängen auch wieder überall Plakate, wobei das Motiv (es ist nur eins) diesmal nicht ganz so krass ist.

  3. Wer suchet der findet!
    Oder ist das hier wieder eine Satire-Seite?
    Magersüchtig? Auf Lolita getrimmt? Sexistisch? Halb nackt? Vor 50 Jahren hätte man vielleicht zu diesen Aussagen kommen können. Aber die Gesellschaft (und deren Moral-Befinden) haben sich (zum Glück) weiterentwickelt.
    Ich sehe dort eher eine attraktive Frau, die durch ihr verhülltes Äußeres noch attraktiver wird.Wahrscheinlich bin ich jetzt in Ihren Augen ein notgeiler Schwerenöter!
    Ich wusste jedenfalls bereits nach dem 2. Plakat, dass es sich hierbei um Werbung für Strumpfhosen handelt und wurde zudem zum Kauf einer solchen motiviert. In meinen Augen also eine wirkungsvolle Werbung!

    • Warum denn immer gleich so angegriffen fühlen? Jedem seine Meinung, wie ich schon sagte. Und noch mal für alle: es ist nicht die Werbung an sich, sondern die Fülle, die Wirkung auf junge Mädchen und dieses spezielle Motiv. Immerhin fand auch der Werberat es so fragwürdig, dass er Calzedonia zu einer Stellungnahme aufforderte… Nein, ich halte Sie jetzt nicht für einen notgeilen Schwerenöter. Und dass man bei Calzedonia auch Männerstrumpfhosen kaufen kann, wusste ich gar nicht. Wieder was gelernt.

  4. Ich sage nur: If your product was any good, you wouldn’t need sexism to sell it.

    Für alle, die meinen, das sei kein Sexismus.
    Es wird ein Produkt angeworben, das an den Beinen getragen werden soll, während man nicht einmal die Hälfte der Beine sieht, stattdessen ist der Fokus völlig eindeutig auf den nackten Oberkörper der Frau gelenkt(und darauf, dass sie offensichtlich auch keinen Slip trägt).
    Ihre sexuelle Anziehung wird also absolut benutzt, um ein Produkt zu bewerben, das überhaupt nichts mit Erotik zu tun hat.
    Genau das bezeichnet Sexismus (unter Anderem).

    Da Männer leider keine Brüste haben, würd ich doch zugern mal Werbung für Jacken sehen, in denen z.B. der Mann nackt von hinten zu sehen ist, nur mit der Jacke bekleidet. Dann möchte ich doch mal sehen, ob alle immer noch so tolerant reagieren.
    Wer sich attraktive Frauen ansehen will, findet davon überall genug, denke ich. Bei Strumpfhosen würd ich doch lieber Beine sehen. (;

  5. Warum sie sich so derartig aufregen ist mir ein Rätsel. Magersucht entsteht nicht nur durch ein, durch Werbung oder ähnliches geprägtes Idealbils sondern auch durch andere Faktoren wie zum Beispiel die Rückmeldung von anderen Personen.

    • Hallo Gary Cooper, natürlich stimmt das: Essstörungen entstehen nicht nur durch ein Idealbild, aber es spielt eben, besonders in einem bestimmten Alter, eine entscheidende Rolle. Und heutzutage vergleichen sich die Mädchen eben nicht mehr miteinander, sondern mit diesen vermeintlichen “Idealbildern”, die ihnen die Werbung und Sendungen wie “Germany’s Next Topmodel” mit extrem runtergehungerten Models vorgaukeln. Im Falle der Werbung vergleichen die sich dann sozusagen mit Plastikpuppen, da nach einer Photoshop-Behandlung von natürlichem Aussehen nicht mehr viel übrig ist. Vermutlich kennen Sie niemanden mit diesem Problem. Und ganz abgesehen davon ist das hier transportierte Frauenbild absolut fragwürdig.
      Aber es müssen mich auch nicht alle verstehen.

  6. Die Beschwerde ist doch lächerlich ,wir leben im 21 Jhd. so was prüdes ist mir(40)schon lang nicht mehr unter gekommen.Ich trage die Strümpfe &Leggings sehr sehr gern und werd auch immer darauf angesprochen. Und ich verrate es gern,wo es geilen Teile gibt !Ich find weder was sexistisch noch frauenfeindliches an den Plakatierungen in der Stadt……für mich bitte ein eigenes Plakat an meinem Haus ;-P

    • Anja, wie ich schon mehrfach schrieb: es geht nicht um Calzedonia oder die Strumpfhosen, es geht um das Frauenbild und wo und wie dieses präsentiert wird. Dass erwachsene Menschen das nicht schlimm finden, spielt dabei keine Rolle. Die können sich das auch an die Wand hängen, und in Hochglanz-Modemagazinen für die entsprechende Zielgruppe würde mich das gar nicht stören.
      Ich bin übrigens alles Andere als prüde. Selber ;-P

  7. Als Frau (und man kann mir wirklich einiges unterstellen, aber nicht, dass ich an Magersucht leide oder nicht ausreichend emanzipiert sei) muss ich sagen, dass mir die Kampagnen von Calzedonia genauso wie von Intimissimi sehr gut gefallen. Ich finde die Bilder ästhetisch! Ohne Frage stellt Calzedonia (übrigens von ital. Calze – Strümpfe) raffinierte Leggins und Strumpfhosen. Einfach mal etwas anderes, als es in den meisten Läden gibt. Ohne Frage sind Strümpfe für viele Menschen, Frauen wie Männer, Alltagsgegenstände, die mitunter eine gewisse Sexyness austrahlen. Warum also, soll man dazu nicht auch eine syxy Kampagne starten. Würdest Du wollen, dass man auf den Plakaten das zeigt, worauf es bei Strumpfhosen, neben dem Design, eigentlich ankommt? Soll die Frau die Beine spreizen, damit der interessierte Konsument sieht das der Zwickel richtig sitzt und die Strumpfhose nicht rutscht? Oder erwartest Du von einem Wäschehersteller, dass er dies in epischer Breite auf seinen Plakaten erläutert. Mit Verlaub aber diese Alternativen würde ich entweder dann tatsächlich sexistisch oder aber langweilig finden. Calzedonia/Intimissimi ist ein italienischer Wäschehersteller, der momentan sicherlich, man mag es agressiv nennen, wirbt, um auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Das sollen Sie bitte weiter machen. Denn als Trägerin dieser Wäsche kann ich dir versichern, dass die Produkte nicht nur schön (gut das mag Ansichtssache sein), sondern auch bequem sind. Und das ist wirklich ein Segen, denn es gibt für uns Frauen tatsächlich nur wenig nervigere Dinge als Zwickel, die wahlweise in Po oder Scheide einschneiden, Strümpfe und Strumpfhosen, die rutschen und einem irgendwann in den Kniekehlen hängen und beim gehen behindern oder BH’S und Bekinis, die entweder keinen Halt bieten oder so spannen, dass die halbe Brust oben wieder herausquilt, weil die Hersteller GRößen anbieten, die keine Frau erfüllt. Es gibt viele unterschiedliche Frauenkörper, mit unterschiedlichen BedürfnissenDaher ist eine große Auswahl an Wäscheherstellern, die auch offensiv werben, nicht sexistisch, sondern ein Segen. Denn so haben wir die Auswahl, die für uns passende Marke zu finden. Was nervig ist, und von mir ganz persönlich als sexistisch empfunden wird, sind verklemmte Männer, denen eine halbnackte Brust die Schamesröte ins Gesicht treibt, weil Sie bei Brüsten und Scham sofort ans Pimpern denken müssen! Also Herr Dethleff, einfach mal Pobacken zusammenkneifen und runterschlucken, dann nimmt einen bei der nächsten Beschwerde auch der Werberat ernst!

    • Schön, dass Ihnen die Strumpfhosen gefallen, ich finde die übrigens auch nicht schlecht. Hätten Sie den Artikel richtig gelesen/verstanden und/oder meine Antworten auf vorige Kommentare gelesen, dann hätten Sie folgendes mitkriegen können:
      - es geht NICHT um oder gegen Calzedonia oder deren Produkte, noch nicht einmal gegen deren aggressive Werbung. Das Motiv, dass kürzlich plakatiert wurde, fand ich übrigens auch ästhetisch. Das war das Model aber auch nicht auf mager gephotoshoppt…
      - es geht NICHT darum, ob Erwachsenen das gefällt, es geht darum, WO diese Motive hängen und WAS sie für eine Wirkung auf junge Mädchen haben. Dass 30% aller Mädchen Essstörungen haben, kommt ja nicht von irgendwoher…
      - der Werberat hat mich durchaus ernst genommen, sonst hätte er die Firma nicht zu einer Stellungnahme aufgefordert…

      Die beleidigenden letzen beiden Sätze sind eine Unverschämtheit und haben mich fast dazu bewogen, Ihren Kommentar (kriegen Sie dafür eigentlich Geld von Calzedonia oder “intmissimi”, die ich gar nicht kannte?) zu löschen. Aber ich habe mir vorgenommen, keine Kommentare zu löschen, denn meist sprechen die für sich, so auch in diesem Fall.
      Ich bin übrigens alles Andere als verklemmt, und bei besagter Kampagne von Calzedonia hat mir auch nur dieses eine Motiv die Röte ins Gesicht getrieben, allerdings nicht die des Schames, sondern die der Wut. Und ich weiß, dass dies vielen, die, wie ich, Mädchen mit Esstörungen kennen (scheint bei Ihnen nicht der Fall zu sein) und wissen, was diese Bilder für eine Wirkung haben, ebenso geht. Das hat mit Verklemmtsein und mit “Pimpern” (ich kenne noch nicht einmal Menschen, denen ein solches Wort überhaupt nur in den Sinn, geschweige denn in einen öffentlich zu lesenden Kommentar kommt) nichts zu tun.

  8. Jetzt hängt dieser Mist auch überall in Berlin.

    Danke für den Text, ich habe ihn leicht abgewandelt für eine eigene Beschwerde benutzt.

    In einer TED-Rede habe ich die extrem logische Argumentation gehört, dass diese Werbeplakate deshalb schädlich für Mädchen und Frauen sind, weil es gar nicht um Sex geht (“Sex sells” – aber warum sind es dann nur nackte Frauen und kaum nackte Männer?), sondern um Macht. Die Mädchen sehen “verfügbar” aus, eben wie Objekte. Männer auf Plakaten zeigen in der Regel eine aktive Körperhaltung und Mimik, werden also als Subjekte dargestellt.
    Die ständige sexuelle Verfügbarkeit von Frauen im öffentlichen Raum in der Werbung soll Männern ein Gefühl von Macht und Kontrolle vermitteln (das alte Rollenklischee eben), und uns Frauen vermittelt es ein objektivierendes Gefühl, so als wären wir nur gut genug, wenn wir für Männer ausreichend sexy daherkommen. Seinen Selbstwert zu definieren über seine Fähigkeit, ein perfektes Sexobjekt zu sein, tut aber überhaupt nicht gut.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte mich hiermit über eine unangemessene Werbung beschweren. Es handelt sich um Display-Werbung der Marke Calzedonia, die momentan überall in Berlin an Litfaßsäulen und Haltestellen hängt.

    Diese Werbung ist frauenfeindlich und sexistisch und sollte daher dringend entfernt werden.
    So ein Foto einer so gut wie unbekleideten Frau (sie trägt weder BH noch Slip) hat im öffentlichen Raum, wo es von Kindern und Jugendlichen ständig gesehen wird, nichts zu suchen.

    Diese übertriebene Nacktheit hat nichts mit dem verkauften Produkt zu tun. Die Zielgruppe sind nicht Männer, sondern Mädchen und Frauen, denen hier ein Bild von sich selbst als Sexobjekt vermittelt wird – was sich absolut schädlich auf das Selbstverständlich von Heranwachsenden auswirkt. Mich als erwachsene Person beleidigt und verärgert die Suggerierung des Plakats in meiner Würde als Mensch, wir Frauen würden gerne ein perfektes Sexobjekt für männliche Betrachter sein und schlimmer noch, wir würden unseren Selbstwert dadurch steigern.

    Ich möchte Sie dringend bitten dafür zu sorgen, dass diese Werbeplakate umgehend entfernt werden.

    2 Plakate, die zurzeit auch überall in Berlin zu sehen sind:

    http://parisbycellphone.com/2013/11/07/2013-11-07-titillating-thursday-giving-the-people-what-they-want-paris/

    Mit freundlichen Grüßen

  9. Thank you Claus for writing this!! Honestly I was so angry at this advertising- and it was everywhere so I couldn’t ignore it!

    The people that have defended the advertising in the comments should be ashamed. And what has happened to you? Have you just been numbed by the norms of this new society so you are just willing to accept anything??

    The bottom line is if the person in that poster was a man, with tights and no underwear underneath, everyone would stop and stare and ask what the hell? But alas, since its a woman, you see it and walk on thinking “oh standard”. I fear the day wearing tights will seem conservative and completely naked women will be on poster advertising a hat.

  10. Hallo Claus,
    mit großer Aufmerksamkeit und auch Erstaunen habe ich diesen Blog gelesen. Dass die Werbekampagne ihr Ziel ,>Aufmerksamkeit<, nicht verfehlt hat, ist hier zu erkennen. Also, es war eine gute Werbung aus Sicht des Werbenden und der Agentur!
    Ich habe die auch im vergangenen Jahr in DD gesehen und sie hat mich "angesprochen", ja ich empfand sie wohltuend und in die heutige Zeit passend im Gegensatz zu vielem lauten und schrillen Werbedreck, der sonst in der Öffentlichkeit auftaucht und meist primitiv rüberkommt. Ästhetisch, minimalistisch, für Interpretationen Raum gebend. So ist gute Werbung!
    Jedenfalls war das für mich nicht sexistisch. Für meine 3 Töchter, die mehrfach aus dem Auto die Werbung wahrnehmen konnten und altersmäßig genau in die von Dir benannte "Risikogruppe" eingestuft werden könnten, war die Werbung nicht mal eine Erwähnung wert. Meine Große (14) befragt, wofür die wohl werben, kam die Antwort: "Sicher ein Klamottenladen". Dann wars durch.
    Deswegen erstaunt mich die immense Aufregung darüber. Das ist eben ein typisch deutsches Problem (da wir elementarere offenbar nicht haben). Deswegen fühle ich mich im Ausland auch immer so wohl, weil die Menschen da überwiegend gelassener sind. Und etwas mehr Gelassenheit täte uns in der Gesellschaft gut, besonders als weltoffene Dresdner. Es senkt den "Stresspegel". Soviel zu meiner Sichtweise auf die Werbung und den Blog.
    Da ich nicht zu vorschnellem Urteilen neige, hat mich dann interessiert, was hinter der Werbung steckt, machte ich mir ein eigenes Bild und bin mal in den Laden rein. Ich war positiv angetan über die Vielfalt an Hosen, Strumpfhosen und v.a. Leggings. Freundliches Personal (ist heute auch nicht mehr Standard) und nicht nur Mode für "Hungerrippchen". Dort finde ich Teilchen, die es woanders so nicht gibt. Habe für meine Partnerin was schönes gefunden und sogar für mich (85 kg) eine Legging, die perfekt als Radlerhose taugt. So what.
    Und auf den Blog bin ich gestoßen, da beim suchmaschineln nach calzedonia (wollte mal nach neuer Kollektion schauen) dieser mit in den Ergebnissen stand.
    Eine gute Zeit!
    Jürgen

  11. Hallo Claus,
    ich möchte Dir mitteilen, dass ich deinen Bemühungen dieser Werbekampagne einen Riegel vorzuschieben, sehr dankbar bin. Ich finde es wichtig, dass Menschen auch den Schritt gehen und sich auf den meist demoralisierenden Prozess einer Beschwerde einlassen. Auch ich als Dresdner, der täglich dieser Werbung “ausgesetzt” war, finde die Form und das Ausmaß dieser Kampagne sexistisch und jugendgefährdend. Auch ohne von Magersucht betroffene Jugendliche persönlich zu kennen, kann ich mir Vorstellen, welchen Einfluss nicht nur diese Kampagne auf das Empfinden des eigenen Körpers eines jungen Menschen hat, der diesem gesellschaftlichen Druck täglich ausgesetzt ist.
    Wie von einigen vorher schon kommentiert, wird diese Art der Verbildlichung durch pseudonorme Frauen, explizit genutzt um auch die gewünschte Aufmerksamkeit zu erreichen, mit vollem Bewusstsein für dessen Folgen. Zudem sollte man das auch nicht nur als Branchenproblem abtun.
    Leider wird von vielen Lesern der Ansatz der Kritik nicht verstanden oder akzeptiert, geschweige denn reflektiert, warum du diesen Standpunkt vertrittst und man selbst anderer Meinung ist. Egal wer hier Strumpfhosen herstellt und ob sie jedem passen. Nichts gegen sexy Wäsche aber das gehört doch wohl in die eigene Privatsphäre zumindest ungefragt und nicht in den öffentlichen Raum an jede Bushaltestelle?!! Auf alle anderen Kommentare möchte ich gar nicht erst eingehen …
    * Keep your Eyes Open and reflect it with your Mind. We create the World in which we want to live ! *

    • Halo Claus,
      Thank you for bringing up this issue, and not accepting the matter as it is. I also live in Dresden and can’t stand the ads.
      They are sexist, degrading and one can’t pass them staying indifferent. As the others said – nothing against sexy lingerie or sexy swimsuits, the thing is how they are advertised. Is it really an advertisement of clothing or sex?
      No wonder most of the men like those ads, if the girls on the posters look sexually ‘available’, posing just like the ladies in night clubs selling their bodies.
      Calzedonia not only uses women body, which is for me as a girl offensive and degrading, but also implies that an attractive woman has to be skinny, long legs, flat belly and half naked.
      The ads make the women nothing but a sexual object. Where are all those feminists to fight for the women’s rights? You call a freedom objectifying women and selling women’s body like that? I would say it’s not 21 century but still Middle Ages..It’s really sad if people don’t see it..
      I felt helpless and I hate being passive like that. Except of complaining is there another way which would effectively stop them from advertising it? Writing a petition or something like that? We can’t stay indifferent to that..

  12. Als gläubiger Christ mag ich selbst diese Calzedonia-Plakatserie nicht besonders. Was aber ganz und gar nicht geht und auch nichts mehr mit friedlichem zivilisiertem Protest zu tun hat, ist, wenn Antifa-Leute in der Überzeugung, die “Guten” und “Moralischen” zu sein, Calzedonia-Plakate auf Wänden von Ströer oder DSR zerstören und ihre “Fight Sexism / Fight Racism”-Sprüche darauf malen, wie es in Lüneburg in jüngster Zeit geschieht.

    Dies schreibe ich extra, weil Sie die typische linksextremistische Mär “es war schon immer der entscheidende Unterschied zwischen Linken und Rechten, dass die Rechten Leute bedrohen, verletzen und töten” verbreiten. Nein, falsch! Wie falsch, hat sich einerseits vor nicht allzulanger Zeit beim Massenauflauf der Antifa in Hamburg am 21.Dezember 2013 in Hamburg, bei dem gezielten USP-Steinwurf ins Gesicht von Polizisten sowie beim Schweinske-Cup-Abbruch 2012 in Hamburg gezeigt, sondern auch in den gewalttätigen Aktionen der Antifa und “anderer progressiver Kräfte” gegen den “Marsch für das Leben” in Berlin und Münster, den Attacken gegen Bernd Lucke und AfD-Wahlhelfer im Bundestags- und Europawahlkampf sowie gegen die Anti-Bildungsplan-Demonstrationen in Stuttgart – die Antifa hat gegen die nächste Demo am 28.06. bereits Gewalt gegen die Teilnehmer von innen heraus angekündigt. Als gläubige Christen bleiben wir bei unseren Überzeugungen bezüglich Abtreibung, Homosexualität, Familienschutz und Hypersexualisierung und artikulieren sie auch öffentlich – wie auch all die Jahrzehnte zuvor. Wir stehen auf dem Boden des GG, das die Bundesrepublik Deutschland begründet hat – die Pyrotechnik-Eisenstangen-Antifa, die uns mit Gewalt an der Äußerung unserer Überzeugungen hindern will und eine kommunistisch-anarchistische Gesellschaftsordnung will, steht offensichtlich wie die Nazis außerhalb der Ordnung des GG.

    Und hinsichtlich des Demonstrationsrechts nach Art.8 GG brauchen Sie wohl etwas Rechtsnachhilfe. Zunächst einmal schützt dieser Artikel ausdrücklich das Recht auf eine Demonstration ohne Blockade und Bedrängung durch eine Gegendemo. Ein Recht auf Blockade einer unpassenden Demo kann daraus gerade nicht abgeleitet werden! In Abs. (1) heißt es ferner “friedlich und ohne Waffen” – wer Personen angreift oder klandestin mit Pyrotechnik vorgeht wie der “Antifascist black block” der “Antifaschistischen Aktion”, verstößt gegen diesen Absatz. Außerdem enthält Abs.(2) einen Gesetzesvorbehalt für Open-Air-Veranstaltungen. Die Pflicht, Demonstrationszüge genehmigen zu lassen, oder das Verbot von Spontan-Demos sind somit GG-konform! Genehmigungsfrei sind Versammlungen in geschlossenen Räumen, soweit keine Raumkapazitätsgrenzen überschritten werden.

    • Hallo Herr “El Cristo”,
      ich muss Sie so nennen, denn Sie ziehen es vor, anonym zu kommentieren. Finde ich OK, auch, wenn eine Diskussion schwierig ist, wenn einer anonym und der Andere dies nicht ist.
      Ich weiß nicht so ganz genau, was dieser Kommentar ausgerechnet unter diesem Artikel zu suchen hat, denn es geht Ihnen doch um etwas ganz anderes als um Calzedonia. Nun ja, egal.
      Ich möchte auch ganz kurz Stellung dazu beziehen, denn ich setze mich durchaus gern mit anderen Meinungen auseinander. Schade, dass Sie mein Blog nicht als das lesen, was es ist (Persönliche Meinungen, Eindrücke, Gedanken), sondern als das, was es eben gerade nicht ist (eine Seite zu Rechtsfragen). Und Sie haben es leider auch nicht wirklich verstanden oder verstehen wollen.
      Eines ganz deutlich: Straftäter sind Straftäter, egal, ob rechts oder links. Das ist doch wohl keine Frage. An mehreren Stellen meines Blogs weise ich auch genau darauf hin. Für gewalttätige Angriffe auf Menschen durch Antifa-Aktivisten gibt es keine Entschuldigung. Allerdings ist das nur eine kleine Gruppe von Gewalttätern. Und es hat nun mal in den letzten zehn Jahren mehr als 100 Tote durch rechtsextreme Gewalt gegeben, jedoch keinen einzigen durch Linksextremisten. Das war es, was ich meinte. Und die Antifa (auch die gewalttätige) mit dem NSU zu gleichzusetzen, ist mehr als zynisch.
      Und der Artikel 8 des Grundgesetzes ist nicht interpretierbar. Blockaden sind noch rechtlich zu bewerten, spontane Versammlungen hingegen jederzeit möglich. Das ist einer der Grundpfeiler unseres Gesellschaftssystems: die Freiheit der Andersdenkenden! Ob daraus dann rasch eine angemeldete Versammlung werden muss, ist im Einzelfall zu entscheiden.
      Wann wird sich die christliche Nächstenliebe, die Sie als gläubiger Christ (was Sie mehrfach betonen) doch eigentlich leben müssten, endlich auf alle Menschen beziehen? Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass Jesus Christus Schwulenhasser war, eher schon, dass er sich heute, wenn die Feinde unserer Demokratie skandieren und mit Fackeln durch die Städte ziehen und rassistische, menschenfeindliche Propaganda verbreiten, ihnen vermutlich eher entgegentreten, sich vielleicht sogar auf die Straße setzen würde.

  13. Hallo Herr Dethleff,
    man muss nicht alles schön finden in dieser Welt und Werbung die in der Öffentlichkeit hängt, darf Menschen nicht herabwürdigen. Im Falle von Calzedonia kann ich das im Jahr 2014 nicht erkennen.
    Was man jedoch mindestens genauso wenig machen darf und schon gar nicht, wenn man auf einem moralisch so hohem Roß sitz wie sie, ist andere Menschen in unerträglicherweise belehren und herabwürdigen. Ihre Kritik hat etwas fundamentalistisches wie Sie die Kommentare anderer zurückweisen oder gar auf Rechtschreibfehler hinweisen. Ich finde sexistische Werbung aggressiv und demütigend. Ihre Art gegen vermeintlich sexiistische Werbung vorzugehen ist es leider auch.

    • Hallo Tom,
      da muss ich mal zugeben: Sie haben in gewisser Weise Recht. Ich muss mir wohl meine Spitzen verkneifen, die kommen manchmal etwas schärfer rüber als gewollt. Ich habe auch die krassesten nun wieder herausgenommen.
      Allerdings: nur, weil ich ein Blog betreibe und eine Position vertrete, die nicht jeder nachvollziehen kann, muss ich mich nicht beschimpfen lassen. Und ich habe natürlich das Recht, auf Kommentare zu antworten. Das hat nichts mit auf einem hohen Roß sitzen zu tun, ich habe einfach meine Meinung und vertrete die auch. Das ist nun mal so, es gibt unterschiedliche Meinungen, und man kann darüber diskutieren. Dass Sie zum Beispiel anderer Meinung sind, kann ich gut akzeptieren, ich würde Ihnen niemals das hohe Roß vorwerfen, oder, wie es in diesem Falle vielleicht passender wäre, Sie als Sexist abstempeln, nur weil Sie eine Werbung, die ich als extrem problematisch wahrgenommen habe, nicht so schlimm finden wie ich. Andere Meinungen muss man aushalten, aber nicht umkommentiert lassen. So, wie Sie meine Antworten kommentieren dürfen, darf ich das auch mit Ihrem Kommentar. Ich werde mich in Zukunft um etwas mehr Sachlichkeit bemühen.

      P.S.: momentan ist Dresden wieder zuplakatiert mit Calzedonia-Werbung, und wieder hat das Model nichts an als eine Strumpfhose. Finde ich aber diesmal nicht sexistisch. Es war auch nur das eine, beschriebene Motiv, das ich echt krass fand.

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