Auf der Straße

RassismusIn den letzten drei Monaten war ich praktisch jeden Montag genau dort – auf der Straße.
Ich war nicht bei der von der CDU organisierten Kundgebung vor der Frauenkirche – die war am falschen Tag (Samstag) und organisiert von einer Partei, die in Sachsen Teil des Problems ist. Ich war auch nicht beim Grönemeyer-Konzert. Ich hatte keine Lust, mir lauter Bands, die mich nicht interessieren, anzuhören, und das auch noch gemeinsam mit Pegida-Anhängern. Das habe ich mir zu Hause im Live-Stream angeschaut. Mich über die Leute von Dresden Nazifrei und von NAMF und über den Sprecher von Dresden für Alle gefreut, die deutliche Worte fanden. Mich bei der Musik gelangweilt. Mich ein wenig geärgert über dieses “wir brauchen vor allem gut ausgebildete Ausländer, wir brauchen sie, die Ärzte, Wissenschaftler, Ingenieure”. Das hat immer so den Unterton “die anderen brauchen wir eigentlich nicht”, oder zumindest ist das ein Ausdruck unserer Leistungs- und Verwertungsgesellschaft. Sehr gefallen hat mir die Poetry Slammerin, die als Muslima wohl den stärksten Auftritt des Abends hinlegte. Aber, wie gesagt, ich war nicht da. Ich hatte einen Tag zuvor, am Sonntag, schon genug gefroren. Auf dem Schlossplatz, auf der Straße. Weiterlesen