Wo der Kreis sich schließt?

prim1Zum Beispiel bei Primark. Eigentlich ein Laden, in den ich nie im Leben einen Fuß setzen würde. Es jetzt aber doch getan habe, sogar gleich mehrfach. Und wahrscheinlich werde ich es sogar wieder tun (müssen).
Im November eröffnete die irische Kleidungskette in Dresden ihre erste Niederlassung in Ostdeutschland, in der Centrum Galerie. Es gab ein paar Proteste, der erwartete Kundenansturm zur Eröffnung bleib aus. Auch heute fällt auf, dass es da nie wirklich voll ist, nur an der Kasse bilden sich manchmal Schlangen, das ist allerdings eher ein logistisches Problem des Managements. Es fällt noch etwas auf (neben den Waren natürlich, die zu absurd niedrigen Preisen verkauft werden, was ja das eigentliche Problem ist), wenn man sich in dem Laden in der Dresdner Innenstadt bewegt: es kaufen dort sehr viele postmigrantische Menschen. Weiterlesen

Kleiner Leitfaden für die Polizei…

IMG_6607… zur Eskalation von friedlichen Versammlungen*.

Sollte die Versammlungsbehörde eine Versammlung von politisch missliebigen Menschen genehmigt haben, so gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, aus dieser Versammlung, sollte sie friedlich zu verlaufen drohen, eine Ansammlung gewaltbereiter und gewalttätiger Extremisten zu machen und so ein hartes Vorgehen der Beamten und damit eine großzügige Auslegung gesetzlicher Vorgaben zu rechtfertigen. Diverse Politiker sowie die Pressevertreter werden dankbar dafür sein.
Im Folgenden die wichtigsten Punkte: Weiterlesen

Der Mob

IMG_5592Nach einer großer Demonstration für die Rechte von Asylsuchenden durch Dresden am Samstag, den 28. Februar, beschlossen einige Flüchtlinge und deren Unterstützer, ein Protestcamp auf dem Theaterplatz vor der Semperoper einzurichten, um für ein weniger repressives Asylsystem und die Verbesserung der Situation von Flüchtlingen zu protestieren. Der Ort  und auch die Aktionsform sorgten an den beiden folgenden Tagen für viele Diskussionen, in den Medien und vor Allem auch vor Ort. Viele, teils wütende, Bürger kamen vorbei, doch oft gelang es, ihnen den Zweck der Aktion nahezubringen, was in vielen Fällen gar zu einem Umdenken führte. Sicher hätte eine deutlichere Kommunikation der Ziele diese Lage von vornherein entschärfen können, aber es war halt eine spontane Sache. Weiterlesen

Auf der Straße

RassismusIn den letzten drei Monaten war ich praktisch jeden Montag genau dort – auf der Straße.
Ich war nicht bei der von der CDU organisierten Kundgebung vor der Frauenkirche – die war am falschen Tag (Samstag) und organisiert von einer Partei, die in Sachsen Teil des Problems ist. Ich war auch nicht beim Grönemeyer-Konzert. Ich hatte keine Lust, mir lauter Bands, die mich nicht interessieren, anzuhören, und das auch noch gemeinsam mit Pegida-Anhängern. Das habe ich mir zu Hause im Live-Stream angeschaut. Mich über die Leute von Dresden Nazifrei und von NAMF und über den Sprecher von Dresden für Alle gefreut, die deutliche Worte fanden. Mich bei der Musik gelangweilt. Mich ein wenig geärgert über dieses “wir brauchen vor allem gut ausgebildete Ausländer, wir brauchen sie, die Ärzte, Wissenschaftler, Ingenieure”. Das hat immer so den Unterton “die anderen brauchen wir eigentlich nicht”, oder zumindest ist das ein Ausdruck unserer Leistungs- und Verwertungsgesellschaft. Sehr gefallen hat mir die Poetry Slammerin, die als Muslima wohl den stärksten Auftritt des Abends hinlegte. Aber, wie gesagt, ich war nicht da. Ich hatte einen Tag zuvor, am Sonntag, schon genug gefroren. Auf dem Schlossplatz, auf der Straße. Weiterlesen

Das Rudel

rudelWer sagt, dass alles Elend auf der Welt seine Ursache in Dummheit, Skrupellosigkeit, Machtgeilheit und Religion in beliebigen Zusammenstellungen hat und hatte, der liegt damit ziemlich richtig. Man kann es aber vielleicht auch auf einen noch einfacheren Nenner bringen: das Rudel hat Schuld.
Ich bin kein Soziologe oder Anthropologe oder sonstiger -loge, aber wenn ich mich so umschaue in der Welt, dann scheint mir ein Überbleibsel aus grauer Vorzeit das menschliche Handeln entscheidend zu beeinflussen. Ist er, der Mensch, doch ein instinktgesteuertes Wesen, wie alle Säugetiere. Und deshalb oft auch seinem Instinkt ausgeliefert. Weiterlesen

Rassisten in der Filter-Bubble

03Schon vor mehr als einem Jahr habe ich hier über die “Filter-Bubble” geschrieben. Diesen Begriff prägte der Internet-Polit-Aktivist Eli Pariser 2012 in seinem Buch “Filter Bubble. Wie wir im Internet entmündigt werden.”
Im Rahmen meiner Facebook-Seminare für Internet-Anfänger erzähle ich immer wieder davon – kaum jemand weiß, dass er sich in einer solchen Blase befindet, denn man merkt nichts davon.
Den Effekt kann man jedoch sehr leicht selbst überprüfen: einfach mal auf zwei Rechnern, die von verschiedenen Personen benutzt werden, bei Google denselben Suchbegriff eingeben. Es werden zwei komplett unterschiedliche Suchergebnis- Seiten dabei herauskommen.
Oft schon kam mir, wenn ich davon sprach, die Frage nach den Folgen für eine immer mehr im Internet vernetzte Gesellschaft in den Sinn. Jetzt kann man das in aller Deutlichkeit beobachten. Im realen Leben, auf der Straße. Jeden Montag in Dresden. Weiterlesen

PEGIDA non grata

Bildschirmfoto 2014-12-16 um 09.26.53Eigentlich bin ich bekannt für meine Gelassenheit, dafür, dass ich stets versuche, Menschen mit Respekt, Verständnis und Toleranz zu begegnen. Ich habe sehr lange mit mir gerungen, ob ich etwas zum Thema PEGIDA schreiben soll. Habe darüber nachgedacht, ob man mit diesen verwirrten Menschen reden kann und muss. Ob man sie tatsächlich irgendwie ernst nehmen sollte. Bis gestern Abend. Da zog das, was als PEGIDA jeden Montag in Dresden auf der Straße ist, direkt an mir vorbei, und das machte mich fassungslos und wütend. Noch nicht einmal die Tatsache, dass ich am Rande von einem Teilnehmer tätlich angegriffen wurde, weil ich ihn einen Rassisten nannte*, trug dazu bei… der war einfach verwirrt und vielleicht, das bleibt zu hoffen, war das auch eine Art Ausbruch von Wut auf sich selbst und/oder Angst vor irgendwas und Zweifel, oder er fühlte sich auch einfach nur beleidigt von mir… wie gesagt, egal, das spielt keine Rolle, schon vergessen. Weiterlesen

Rechtsstaat – oder nicht?

coverÜber die Ereignisse rund um den 19. Februar 2011 habe ich ja in diesem Blog schon mehrfach berichtet. Was ich an jenem Tag erlebt habe und vor Allem, was im Nachgang so alles geschah, hat bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Weil irgendwie auch mein Weltbild ins Wanken geriet, beschloss ich Ende 2011, meine Gedanken dazu aufzuschreiben, zu erzählen, was geschehen ist und auch alles, was in diesem Zusammenhang danach geschah, zu dokumentieren.
Nun werde ich beginnen, diese Aufzeichnungen, die noch nicht abgeschlossen sind, nach und nach auf diesem Blog zu veröffentlichen.

Heute gibt’s den ersten Teil. Ich werde nach und nach alle weiteren Teile veröffentlichen. Im Blogteil gibt es dann immer eine kurze Beschreibung, bis der nächste Teil veröffentlicht wird. Die Texte selbst befinden sich auf der Seite “RECHTSSTAAT”, auf der dann nach und nach der gesamte Text zu lesen sein wird. Diese Seite ist natürlich auch über das Menü oben zu erreichen.
So, und nun viel Spaß bei Lesen des 1. Teils!

Mordende Minderheit

Die

Die “schützenswerte Minderheit” marschiert am 12.2.2014 durch die Dresdner Altstadt

In der schönen Stadt Dresden, in der ich seit mehr als zwanzig Jahren lebe, betrachtet man Nazis nicht als das, was sie sind (zur Erinnerung: eine Horde von brutalen, menschenverachtenden Demokratiefeinden, die Leute zusammenschlägt und auch gern mal ermordet), sondern als schützenswerte Minderheit. Das habe ich nun schon mehrfach gehört.
Zum Beispiel von einem Richter am Amtsgericht in seiner Urteilsbegründung. Zuletzt habe ich das sogar schriftlich bekommen, von der Versammlungsbehörde Dresden.
Aber zunächst einmal ein paar Erläuterungen zur Vorgeschichte: Weiterlesen

Stolpersteine – die Verlegung

Zwei Tage ist es jetzt her, da hat Gunter Demnig in Laubegast die fünf Stolpersteine verlegt, für die ich die Recherchen gemacht hatte. Ich habe in meinem Blog schon hier und hier darüber berichtet. Auf den Tag hatte ich mich schon lange mental vorbereitet, er hat mich dann aber doch noch mehr mitgenommen als ich erwartet hatte. Jetzt möchte ich dieses Kapitel mit ein paar Fotos der Verlegung und einem kurzen Bericht abschließen. Weiterlesen