Stolpersteine – die Verlegung

Zwei Tage ist es jetzt her, da hat Gunter Demnig in Laubegast die fünf Stolpersteine verlegt, für die ich die Recherchen gemacht hatte. Ich habe in meinem Blog schon hier und hier darüber berichtet. Auf den Tag hatte ich mich schon lange mental vorbereitet, er hat mich dann aber doch noch mehr mitgenommen als ich erwartet hatte. Jetzt möchte ich dieses Kapitel mit ein paar Fotos der Verlegung und einem kurzen Bericht abschließen. Weiterlesen

Stolpersteine (Update)

stolperstein_lgBereits im März hatte ich hier einen Artikel über meine Recherchen zum Thema Stolpersteine in Laubegast veröffentlicht. Nun gibt es einige Neuigkeiten, die ich den geneigten Lesenden nicht vorenthalten möchte.
Der Stand im März war, dass ich einige Briefe an verschiedene Verwandte bzw. Nachkommen der von mir recherchierten Opfer des Nationalsozialismus geschrieben hatte.

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Im Sog der Stolpersteine

Eine Recherche kann wie ein Sog sein. Sie kann einen einsaugen in eine Welt, die kein Ende zu haben scheint und die einen nicht mehr loslassen will. Das habe ich in den letzten Wochen am eigenen Leib erfahren.

Stolperstein in Berlin. Foto: Thomas Quine

Stolperstein in Berlin.
Foto: Thomas Quine

Eigentlich fing das alles schon vor Monaten an. Schon länger bin ich aktiv in der Bürgerinitiative “Laubegast ist bunt!“, die es sich zum Ziel gesetzt hat, dafür zu sorgen, dass Laubegast ein offener, bunter und toleranter Stadtteil wird bzw. bleibt.
Anlass für die Gründung dieses Netzwerkes, in dem Bürger, Ortsbeiräte und auch die Polizei zusammenarbeiten, war das Wahlergebnis der letzten Stadtratswahl. Bei dieser brachte es die NPD im Wahlbezirk Laubegast/Leuben auf teilweise bis zu 7% (Laubegast) und sogar 8,5% (Leuben) der Stimmen. Hauptaugenmerk der Initiative ist also rechtsextremistisches Gedankengut und was man dagegen tun kann.
Ende Oktober 2012 hatte dann jemand die Idee, auch hier bei uns in Laubegast sogenannte “Stolpersteine” zu verlegen. Damit begann es für mich.

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Ein weiterer Jahrestag der “Opferstadt”

Heute vor genau 75 Jahren, am 1. März 1938, zog ein vierstündiger Faschingsumzug durch die Dresdner Straßen. Das Motto: “Auszug der Kinder Israels”. Massen von Menschen bejubelten den Umzug.
Nach den Gewalttaten am 9. November desselben Jahres mussten alle Juden in sogenannte “Judenhäuser” ziehen. Von den 4397 Bürgern jüdischen Glaubens oder “jüdischer Abstammung”, die 1933 in Dresden registriert waren, überlebten nur wenige die Vernichtungslager. Noch 1945 waren 382 Häftlinge des Konzentrationslagers Bergen-Belsen in Dresden untergebracht, wo sie für die Firma Zeiss Ikon Zwangsarbeit leisten mussten. Die Rolle speziell dieser Firma im Dritten Reich bedarf dringend einer Aufarbeitung, die bisher in keiner Weise erfolgte.