Mädchen ohne Heimat

Am 21. November 2020 fand auf dem Neumarkt in Dresden eine Solidaritäts-Kundgebung für die Geflüchteten an den europäischen Grenzen statt. Ich hatte die Gelegenheit, dort eine Rede zu halten und erzählte von dem Mädchen, über das ich hier schon einmal berichtet habe – sie ist mit ihrer Familie übrigens immer noch in Kara Tepe auf Lesbos, ohne Hoffnung… hier mein Redebeitrag:

Europa, Du bist ein Arschloch!
Nicht immer und überall, aber am und auf dem Mittelmeer, in den Lagern, an den Grenzen, da hast Du alles, was ein Arschloch ausmacht: Du bist arrogant, zynisch, grausam und verlogen.

Ich möchte Euch von einem Mädchen erzählen – nennen wir sie Sara. Sara ist 15 Jahre alt, ich kenne sie seit mehr als vier Jahren. Ihre Nationalität ist Afghanisch, aber sie war noch nie in Afghanistan. Ihre Familie musste schon vor ihrer Geburt in den Iran fliehen, denn Saras Großvater war Mudschaheddin und hat gegen die Russen und später dann gegen die Islamisten, die sich heute Taliban nennen, gekämpft.

Sara hat keine Heimat.

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