Stolpersteine (Update)

stolperstein_lgBereits im März hatte ich hier einen Artikel über meine Recherchen zum Thema Stolpersteine in Laubegast veröffentlicht. Nun gibt es einige Neuigkeiten, die ich den geneigten Lesenden nicht vorenthalten möchte.
Der Stand im März war, dass ich einige Briefe an verschiedene Verwandte bzw. Nachkommen der von mir recherchierten Opfer des Nationalsozialismus geschrieben hatte.

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Freispruch

nazi01Ein kurzer Bericht von einem Dresdner „Blockiererprozess“*

Gestern war ich wieder mal im Amtsgericht Dresden, als Zeuge. Zum mittlerweile fünften (!) Mal machte ich dort eine Aussage in derselben Sache, nur mit wechselnden Angeklagten, als (einziger) Zeuge der Verteidigung.
Zunächst, für alle Nicht-Dresdner und alle, die es bisher nicht mitbekommen haben, ganz kurz die Vorgeschichte: jedes Jahr um den 13. Februar herum planen Nazis einen sogenannten „Trauermarsch“ durch Dresden, denn die Stadt wurde am 13. Februar 1945 durch Bomben weitgehend zerstört. Etliche Jahre wuchs diese alljährliche Aufmarsch der Rechten immer weiter an, da die Bürger beschlossen hatten, ihn durch Ignorieren immer kleiner werden zu lassen. Ab 2009 gab es endlich verstärkte Gegenproteste. Im Jahre 2010, mittlerweile wurde mit mehr als 6000 Teilnehmern der größte Neonazi-Aufmarsch Europas erwartet, beschlossen die Stadtverwaltung und die Polizei, die Elbe als natürliche Trennlinie zwischen Rechten und Gegendemonstranten zu nutzen und entwickelten ihr sogenanntes „Trennungskonzept“. Dass den Nazis dabei als Sammlungspunkt ausgerechnet der Bahnhof Neustadt zugewiesen wurde, der Bahnhof also, von dem die Nazis die Dresdner Juden nach Auschwitz deportiert hatten, bleibt bis heute vollkommen unverständlich. Freispruchweiterlesen

Gangster-Rapper

Vorgestern war ich im Militärhistorischen Museum Dresden. Allein schon das wäre einen Artikel wert, aber ich war gar nicht in der Ausstellung des Museums (die hab‘ ich mir auch schon angesehen), sondern in einer Veranstaltung, die grausig und auch ein bißchen lustig war. Titel der Veranstaltung: „RESET – Aussteiger aus der rechten Szene berichten“. Klang interessant.
mhmddDas Auditorium des Museums war brechend voll, auf dem Podium saß eine seltsame Mischung von Menschen: der wissenschaftliche Leiter des Museums als Diskussionsleiter, der Chef der „SOKO Rex“ (ein Kriminalhauptkommissar aus Bautzen), ein etwas älterer und behäbiger Sozialarbeiter, der ein Aussteigerprogramm betreibt, dazu zwei (ehemalige) Nazis. Der eine war der Typ „ich bin total doof und merke es noch nicht mal“, der andere eher „ich bin intelligent und gebildet und zeige das auch“.
Gleich vorab: ich finde es aller Ehren wert, dass diese beiden Jungs den Absprung geschafft haben, und die Arbeit des Sozialarbeiters ist natürlich total wichtig. Aber die Veranstaltung selbst!?! Gangster-Rapperweiterlesen