Eindimensional

eindimensional2Das Lesen von Posts bei Facebook und Twitter bringt mich zuweilen an die Grenze meiner eigentlich nicht gerade geringen Belastungsfähigkeit. Vor allem die Kommentare bei Facebook sprengen manchmal jeden Rahmen eines menschlichen Miteinanders, wie ich es mir vorstelle. Da sind natürlich zum Einen die „Trolls“ genannten Idioten und Quatschköpfe, die zu allem ihren überflüssigen Sermon absondern müssen. Das war ja auch in der Vor-Social-Network-Welt nicht anders: in der Kneipe redet meistens der am lautesten, der nichts Sinnvolles zu sagen hat.
Momentan wird es aber immer schlimmer, denn wir befinden uns in Zeiten mit Problemen, die komplex sind. Aber alle wollen einfache Lösungen, einfache Erklärungen, sehnen sich scheinbar unbändig danach. Das ist die Keimzelle für den Fluch der Sozialen Netzwerke: die eindimensionale Sichtweise. Eindimensionalweiterlesen

Eine neue Stufe der BedeutungslosigkeitA new level of insignificance

Ich bin fest davon überzeugt, dass einer der Gründe, warum soziale Netzwerke so erfolgreich sind, der Drang des Menschen nach „Unsterblichkeit“ ist. Der Mensch weiß, dass sein Dasein endlich ist, er möchte Spuren hinterlassen. Früher war das schwierig: man musste berühmt werden.

Der Mensch will Spuren hinterlassen...
Der Mensch will Spuren hinterlassen…

Oder wenigstens ein Buch schreiben, eine Platte veröffentlichen. Nur Kinder in die Welt zu setzen hat noch nie gereicht. Denn Erinnerungen und Spuren sind weder gefühlt und noch tatsächlich dasselbe. Heute jedoch, im Netz, besonders in den Sozialen Netzwerken, da scheint das ganz einfach zu sein. Jeder kann irgend was in die Welt hinaus posaunen und damit das Gefühl bekommen, er würde Spuren hinterlassen. Oder sich das zumindest einbilden, denn es ist natürlich eine Illusion.

I am convinced that one of the reasons for the success of social networks is the urge of people to be “immortal”. Everybody knows that their life will definitely come to an end one day. So they wants to leave their mark. In the past, this could be complicated: you had to be famous.

Man wants to leave traces ...
Man wants to leave traces …

Or at least write a book, publish a record. To only bring children into the world has never been enough, because memories and traces do not actually feel the same. And they aren’t the same. And they aren’t the same. Today, however, on the internet, especially on social networks, it seems to be quite simple. Anyone can broadcast any old crap to the world and by doing so get the feeling they’re leaving a mark. Or imagine it at least, for it is of course an illusion. Eine neue Stufe der BedeutungslosigkeitA new level of insignificanceweiterlesen

Die Rückkehr der Halunken

In meinem ersten Leben war ich Architekt. Wenn man in diesem Beruf, so wie ich zeitweise in Hamburg, auf Baustellen zu tun hat, und dann auch noch in einem Edel-Stadtteil bei Bauvorhaben, die in erster Linie der Geldvermehrung und/oder Steuerabschreibung dienen, muss man sich mit Bauunternehmern, Subunternehmern und ähnlichem Getier herumschlagen. Und dann ist einem der Begriff Halunke nicht fremd. Einer der Gründe für meinen Umstieg in den Medienbereich war, dass ich mit dieser Art von Menschen nichts zu tun haben wollte und will.
Aber natürlich gibt es die auch anderswo. Wenn ich heute meine Social-Media Seminare halte, dann erzähle ich im Rahmen der Einführung, zur Geschichte des Internet, immer gern von der Messe „Internet World“, die ich Anfang dieses Jahrtausends in Berlin besuchte. Das war kurz bevor die Dotcom-Blase platzte, und ich beschreibe dieses Szenario gern mit den Worten: „Ich habe nie vorher, und auch nie danach, so viele Halunken auf einem Haufen erlebt“.

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