VeganerVegans

Als ich jung war, hießen so die Außerirdischen von der Vega. In Science Fiction Romanen. Heute nicht mehr.

Absolut leckerer veganer Kuchen
Absolut leckerer veganer Kuchen

Man könnte an dieser Stelle zynisch sein: wenn junge Leute früher etwas Gutes für die Welt tun und gleichzeitig sowohl ihre Eltern schocken als auch sich aus der Masse hervorheben wollten, war einer der Wege dahin: ich werde Vegetarier!
Aber was hilft es, wenn von den eigenen Kumpels jeder Zweite, von den Eltern vielleicht jeder Vierte schon selbst Vegetarier ist? Da muss man schon eine Stufe weiter gehen und Veganer werden.
Den gibt es in sogar noch in einer Steigerungsform. Was natürlich ganz praktisch ist, falls der Mainstream mal wieder zuschlägt.

When I was young, this was the name of an alien race from the planet Vega. In science fiction novels. Not any more.

Absolute delicious vegan  cake
Absolute delicious vegan cake

One could be cynical at this point: if young people want to do something good for the world, shock parents and want to stand out from the crowd at the same time, there is  one way to do so: be a vegetarian!
But what good is it if every second one of their friends are vegetarian, and perhaps one in four of the parents are also vegetarians themselves? Then you have to go one step further and become vegan.
There is a comparative form of veganism. Which is convenient, of course, if the mainstream strikes again.
The next step is to not just reject animal food products themselves, but animal products as a whole.. No more leather shoes, no wool, no duvets. That’s when life starts to get really complicated!
Die Steigerung ist es, nicht einfach nur keine tierischen Produkte zu sich nehmen. Aus Gründen der End-Konsequenz kann man auch das Verwenden von jeglichen Produkten tierischer Herkunft ablehnen. Keine Lederschuhe mehr, keine Wolle, keine Federbetten. Da beginnt das Leben dann etwas kompliziert zu werden.

Jetzt aber Schluss mit dem Zynismus!

Ich bin ein großer Fan von konsequentem Handeln. Ich selbst war 10 Jahre lang absolut strikter Vegetarier. Allerdings nicht so sehr aus ethischen Gründen, und immer mit der Maxime: „Wenn mein Körper mir irgendwann sagt ‚Iß‘ Fleisch‘ dann tu es!“. Deshalb bin ich kein Vegetarier mehr.
Vegan zu leben ist bewundenswert konsequent. Wenn man sich die moderne Nahrungsindustrie, besonders die Massentierhaltung, genauer anschaut, dann kann man eigentlich kaum noch anders als vegan zu werden. Wobei Veganer noch weiter gehen und jegliche Tierhaltung zur Nahrungsproduktion ablehnen und tierische Produkte per se für ungesund halten.
Ich würde diese Konsequenz nicht durchhalten. Ich esse nicht viel, dafür aber gerne Fleisch, und auf die Milch im Kaffee und vor allem den Käse könnte ich nicht verzichten. Auch Schwein in Scheiben kann lecker sein, finde ich.
Immerhin hat die Tatsache, dass mittlerweile (fast) alle unsere Kinder Veganer sind, auch bei mir das Bewusstsein geschärft. Ich wusste nicht, in wie vielen Lebensmitteln tierische Produkte verarbeitet werden. In Kartoffelchips zum Beispiel. Ich kaufe oft im Bioladen ein, aber auch im Supermarkt achte ich neuerdings auf so was. Und das vegane Essen ist wirklich sehr lecker. Nicht nur, dass die Kinder uns schon veganen Kucken gebacken haben, den man getrost als einen der kulinarischen Höhepunkte des noch jungen Jahres  bezeichnen konnte, auch im veganen Restaurant „Falscher Hase“ in Dresden kann man sehr gut essen.

In der spannenden Dokumentation „Paul Watson – Bekenntnisse eines Öko-Terroristen“ über die Aktivisten von Sea Shepherd, erzählt Peter Jay Brown, einer von Paul Watsons Mitstreitern, am Anfang des Filmes, dass fast alle Mitglieder seiner Crew Veganer seien. Die, so Brown, sind nämlich die perfekten Öko-Aktivisten, weil sie immer schlechte Laune haben.
Das kann ich nicht bestätigen, im Gegenteil. Und einen Riesenvorteil hat es, wenn die eigenen Kinder Veganer werden: sie fressen einem nicht mehr die Schokolade weg.Now, however, an end to the cynicism!

I’m a big fan of consistent action. I myself was a strict vegetarian for 10 years. However, not so much for ethical reasons, and always with the maxim: “If my body decides it wants to ‘Eat meat’ then I’ll do it”. That’s why I’m not a vegetarian any more.
To be vegan is admirably disciplined. If you take a closer look at the modern food industry, particularly factory farming, it’s really hard NOT to go vegan. Vegans go one step further and reject any livestock for food production and believe animal products themselves to be unhealthy.
I would not hold that view. I do not eat much meat, but I like it, and the milk in the coffee and especially the cheese I could not do without. Even pig slices can be delicious.
After all, the fact that now all of my children are vegan, for me too has sharpened awareness. I did not know how many foods contain animal products. Potato chips, for example. I often buy food in the health food store, but also at the grocery store and I now respect that in my decisions on what to buy. And the vegan food is really tasty. Recently the kids baked a vegan specialist cake for us that you could confidently be described as one of the culinary highlights of this year, and also in the vegan restaurant “False Hare” in Dresden, you can eat very well.

In the fascinating documentary “Paul Watson – Confessions of an Eco-terrorist” on the activists of Sea Shepherd, Peter Jay Brown, one of Paul Watson’s mates, tells at the beginning of the film that almost all members of his crew were vegans. These are, said Brown, the perfect eco-activists, because they’re always in a bad mood.

I can not confirm that, on the contrary.
And there is a huge advantage if your own children are vegan: they don’t steal your chocolate.

Written and translated by Claus Dethleff (GER)
Language check and corrections by Johannes Dethleff (UK)

Ein Gedanke zu „VeganerVegans

  1. Hab mich gefreut, hier einen Artikel darüber zu sehen.
    Mir ist er eindeutig zu zynisch. Aaber im Anbetracht dessen, dass er von jemandem der Generation verfasst wurde, die sich noch kaum Gedanken um so etwas machte, nicht schlecht 😉
    1. Für mich hat es nicht mit Steigerungsformen zu tun, wenn ich aus ethischen Gründen Vegetarier oder Veganer bin und damit auch auf tierische Produkte wie Leder verzichte.
    NATÜRLICH tu ich das, ansonsten wäre die Logik des ethischen Verzichts kricks-kracks. (:
    Und so schwer ist all dies nicht, wenn man sich vorher ausreichend informiert.
    2. Klingt es in diesem Artikel so, als hielten Veganer tierische Produkte für ungesund – was absolut nicht sein muss. Manche vielleicht.
    Liebste Grüße!

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